Mittwoch, 13. Mai 2009

Rafael Nadal war eine Nummer zu groß:
Jürgen Melzer in Madrid in dritter Runde out

  • Nummer 1 der Welt siegt in 61 Minuten mit 3:6,1:6
  • Jürgen Melzer reist nun zum Turnier nach Kitzbühel

Jürgen Melzer ist wie erwartet in der zweiten Runde des mit 3,7 Mio. Euro dotierten ATP-Masters-1000-Turniers in Madrid ausgeschieden. Der Niederösterreicher, der kommende Woche seinen 28. Geburtstag feiert, musste sich dem Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal nach nur 61 Minuten mit 3:6,1:6 geschlagen geben. Während Nadal nun auf den Deutschen Philipp Kohlschreiber trifft, kann sich Melzer bereits auf die Reise nach Kitzbühel machen. Österreichs Nummer 1 ist bisher einziger heimischer Fixstarter bei den am Sonntag beginnenden Interwetten Austrian Open.

Bis zum 3:3 hielt Melzer gegen den Sandplatz-König sehr gut mit und brachte seine Aufschläge auch sicher durch. "Ich habe wirklich sehr gut angefangen, hatte 2:1, 15:30 (bei Aufschlag Nadal-Anm.) und dann in dem Game zwei dumme Fehler gemacht, aber man muss halt gegen ihn riskieren", analysierte Melzer am Mittwoch gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. Im berüchtigten siebenten Game passierte Melzer, der bis dahin sehr gut aufgeschlagen und auch einige Male Serve-Volley-Punkte gemacht hatte, der erste Doppelfehler und ab da lief es immer besser für Nadal. Ein Volleyfehler Melzers brachte Nadal seinen ersten Breakball und den nützte er, wenn auch glücklich. "Den Breakball hat er zu spät getroffen, am Rahmen und auf die Linie. Und wenn der einmal vorne wegspielt, dann ist er noch einmal um mindestens eine Klasse besser."

Mit einem frühen Break zum 3:1 im zweiten Satz war dann das Schicksal Melzers in diesem Turnier besiegelt. "Der ist im Moment einfach der Beste", stellte der Niederösterreicher trocken fest. Was er aus diesem Match auf höchstem Niveau mitnehmen könne? "Dass ich bis 3:3 dabei war, dass es nicht ganz ausgeschlossen ist, ihn zu fordern, aber man muss einfach schauen, dass man ihn bis 4:4, 5:5 hinkriegt und er vielleicht einmal ein bisschen hektisch wird." Doch bei aller Spekulation müsse man einfach anerkennen, wie "stark präsent" Nadal physisch auf dem Platz ist. "Es ist extrem schwer, seine Rückhand zu finden und ich als Linkshänder tue mir noch ein bisschen schwerer, weil meine Vorhand auf seine Vorhand geht."

Am Ende blieben für Melzer wie schon nach der ersten Begegnung mit dem weltbesten Spieler im Olympia-Viertelfinale 2008 in Peking nur vier Games. Aber nach dem Rom-Achtelfinale, dem Auftaktsieg über Estoril-Sieger Albert Montanes und einem guten Beginn gegen Nadal dennoch die Erkenntnis: "Ich habe es nicht verlernt."

Neue Anlage mangelhaft
Melzer spielte in der brandneuen "caja magica" (magische Box) von Madrid auf dem nach dem Turnierdirektor und ehemaligen Wimbledon-Sieger Manolo Santana benannten Center-Court, der ein Fassungsvermögen von 12.500 Zuschauern hat. "Die Anlage ist pompös, ein extrem großer Komplex, aber sie waren nicht ready. Die Außenplätze waren katastrophal und total weich. Das Stadion ist super, es war relativ voll und cool. Ein bisschen komisch ist, dass alles in silber ist und dass es natürlich auch spiegelt."

Der Österreicher wollte am Donnerstag nach Hause fliegen und Freitag früh nach Kitzbühel fahren, wo heuer erstmals bei den Austrian Open die Generalprobe für die French Open steigt. "Dort kann ich nicht gegen Nadal spielen, das ist schon einmal ein Vorteil", scherzte Melzer, dessen erster Kommentar zum Davis-Cup-Gegner Chile im September war: "Ein Hammerlos".

(apa/red)

13.5.2009 18:48