Angriff von Bomber aus Tschad im Sudan:
Konflikt zwischen den Ländern spitz sich zu
- Nachbarland verfolgte regierungsfeindliche Rebellen
- Hilfsorganisationen bringen Mitglieder in Sicherheit

Der Konflikt zwischen den afrikanischen Nachbarstaaten Tschad und Sudan spitzt sich weiter zu. Der Sudan meldete, tschadische Kriegsflugzeuge hätten in der Krisenprovinz Darfur erstmals sudanesisches Territorium bombardiert. Die Flugzeuge seien 60 Kilometer tief in sudanesisches Gebiet vorgedrungen, erklärte das Außenministerium in Khartum.
Die tschadische Regierung wollte die Angriffe nicht bestätigen. Informationsminister Mohamed Hissene erklärte aber, er wäre darüber nicht überrascht, da die Streitkräfte die Rebellen, die in der vergangenen Woche die Hauptstadt N'Djamena angegriffen hätten, aus dem Land trieben.
Der Tschad hat dem Sudan vorgeworfen, die Rebellen zu unterstützen, was die Regierung in Khartum wiederum von sich weist. Bei schweren Kämpfen zwischen Rebellen der Vereinigten Streitkräfte für den Widerstand (UFR)und Regierungstruppen wurden vor einer Woche im Tschad mehr als 140 Menschen getötet.
Bereits im Februar hatten Rebellen versucht, den tschadischen Präsident Idriss Deby Itno zu stürzen. In der UFR haben sich neun Rebellenorganisationen zusammengeschlossen. Dass sie den Sudan und dabei auch die Krisenprovinz Darfur als Rückzugsort nutzen, sorgt seit Jahren für Spannungen zwischen beiden Ländern.
Österreicher im Tschad stationiert
Wegen der Auseinandersetzungen brachten mehrere Hilfsorganisationen Mitarbeiter in Sicherheit, die in dem Grenzgebiet zwischen Sudan und Zentralafrikanischer Republik rund 450.000 Flüchtlinge betreuen. Zum Schutz von Flüchtlingen aus der sudanesischen Krisenprovinz Darfur ist auch eine EUFOR-Truppe mit österreichischer Beteiligung im Osten des Tschad stationiert. Mitte März übernahm die UNO diese Aufgabe mit der Mission Minurcat, die vor allem aus afrikanischen Soldaten bestehen soll. Zunächst sind aber noch rund 2.000 EUFOR-Soldaten, unter ihnen bis zu 130 Soldaten des Bundesheeres, im Einsatz.
(apa/red)
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