Freitag, 15. Mai 2009

Zweistaatenlösung ist für Israelis denkbar:
57 Prozent für eigenen Palästinenserstaat

  • Unterstützung für Vorschlag von US-Präsident Obama
  • Premier Netanyahu verliert in der Gunst der Wähler

Die von US-Präsident Obama während dessen Europareise angesprochene Zwei-Staaten-Regelung für Israel zur Lösung des Nahost-Konflikts stößt in einer aktuellen Umfrage unter Israelis auf mehrheitliche Zustimmung. 57 Prozent der Befragten wünschten sich demnach, Israels Regierungschef Netanyahu solle bei seinem Treffen mit Obama kommende Woche einen eigenständigen Palästinenserstaat unterstützen.

35 Prozent der Befragten waren dagegen, acht Prozent zeigten sich in der Frage unentschlossen. Netanyahus eigene Umfragewerte gingen laut der Erhebung, für die das Meinungsforschungsinstitut Dialog am Donnerstag rund 500 Menschen befragte, zurück. 59 Prozent der Befragten gaben an, dass er seine Aufgabe schlechter oder genauso gut macht wie sein Vorgänger Ehud Olmert. Nur 27 Prozent fanden Netanyahu besser. Auch mit der Arbeit von Außenminister Avigdor Lieberman, der eine harte Position gegenüber den Palästinensern einnimmt, waren 45 Prozent unzufrieden, 31 Prozent beurteilten den Rechtsaußen-Politiker dagegen positiv.

Obama hatte in seiner Rede vor dem türkischen Parlament während seiner Europareise die Gründung eines palästinensischen Staates gefordert, der mit Israel Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben könne. Netanyahu hatte die Zweistaatenlösung zuvor im Knesset-Wahlkampf als unbrauchbar bezeichnet. Die Zweistaatenlösung ist im Friedensfahrplan des Nahost-Quartetts (USA, UNO, EU, Russland) vorgesehen. Die US-Regierung sieht sich mit der dringenden Forderung ihrer arabischen Verbündeten konfrontiert, eine Zweistaatenlösung zu erzwingen.
(apa/red)

15.5.2009 10:54