Donnerstag, 14. Mai 2009

Keine Kontrolle mehr über Mogadischu: Bei Kämpfen in Somalia 139 Zivilisten getötet

  • Präsident weicht vor islamistischen Kräften zurück
  • Unter Toten und Verletzten viele Frauen und Kinder

Bei den seit einer Woche andauernden Kämpfen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisationen "Elman Peace and Human Rights" bisher 139 Zivilisten ums Leben gekommen. Die neue somalische Übergangsregierung (TFG) unter Präsident Sheikh Ahmed verliert immer mehr die Kontrolle über Mogadischu und muss vor radikalen islamistischen Kräften zurückweichen.

Neben dem Hafen und dem Flughafen hält die TFG nur noch wenige Straßenzüge, wie Einwohner berichteten. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigte sich in einer in Genf veröffentlichten Erklärung "tief besorgt" über die jüngste Entwicklung.

Frauen und Kinder getötet
Allein in den vergangenen zwei Tagen seien 26 Menschen getötet und knapp 100 weitere verletzt worden, teilte die Organisation "Elman Peace and Human Rights" mit. Unter den Toten und Verletzten befänden sich viele Frauen und Kinder. Tausende seien auf der Flucht. Ein Kommandant der regierungstreuen Einheiten sagte in Mogadischu, man rechne mit einer unmittelbar bevorstehenden Offensive der "Armee Hizb al-Islam" und der Shabab-Milizen.

Der Chef der "Armee Hizb al-Islam" forderte seinen früheren Verbündeten Sheikh Ahmed auf, das Präsidentenamt unverzüglich niederzulegen, um weiteres Blutvergießen abzuwenden. Die im Ausland eingesetzte TFG bestehe aus "Marionetten"; das somalische Volk werde eine ihm aufgezwungene Führung nicht akzeptieren, sagte er.

(apa/red)

14.5.2009 20:41