Papst Benedikt im islamischen Heiligtum:
Zieht bei Felsendom-Besuch die Schuhe aus
- Benedikt in Jerusalem: Messe am Fuße des Ölbergs
- Für eine "Kultur der Versöhnung und des Friedens"
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Papst Benedikt XVI. hat als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche den Felsendom, die heiligste Stätte des Islams in Jerusalem, besucht. Er rief am Dienstag im Zuge seiner Nahost-Reise zum interreligiösen Dialog auf und forderte bei einer Messe unter freiem Himmel erneut Toleranz und Verständigung. In Israel und Deutschland wurde unterdessen über Äußerungen des Papstes vom Montag debattiert.
Die "Missverständnisse und Konflikte der Vergangenheit" müssten überwunden und der "Weg eines ernsthaften Dialogs" eingeschlagen werden, sagte der Papst am Dienstag nach einem Besuch des Felsendoms, vor dem er die Schuhe ausgezogen hatte. Dem Besuch der Moschee wurde große symbolische Bedeutung zugesprochen, ebenso dem Gespräch des Papstes mit dem Großmufti von Jerusalem, Mohammed Hussein.
Ebenfalls als Zeichen des Respektes wurde der anschließende Besuch des Papstes an der Klagemauer gewertet, die von den Juden als Heiligtum verehrt wird. Dort verharrte das Oberhaupt der katholischen Kirche mehrere Minuten im stummen Gebet. Zuvor hatte er nach jüdischem Brauch einen Gebetszettel in eine Ritze der Klagemauer gesteckt, auf dem er um Frieden für den Nahen Osten und die ganze Welt bat. Bei einem Treffen mit den beiden israelischen Oberrabbinern betonte der Papst den "unumstößlichen Willen" der katholischen Kirche zur Versöhnung mit den Juden.
An die Christen wandte sich der Papst am Nachmittag bei einer Messe unter freiem Himmel. Vor etwa 5.000 Gläubigen rief er am Fuße des Ölbergs erneut zu Toleranz und Verständigung auf. In Jerusalem sei kein Platz für "Gewalt" und "Rache", sagte Benedikt XVI. im Josaphat-Tal bei seiner ersten Messe in der Heiligen Stadt. Der Papst rief Juden, Christen und Muslime auf, "die Kultur der Versöhnung und des Friedens" zu verbreiten.
(apa/red)
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