Montag, 11. Mai 2009

Arabischer Prinz steht unter Hausarrest:
Brutales Folter-Video schockierte die Welt

  • Abu Dhabi: Untersuchung gegen Scheich eingeleitet
  • Skandal verzögert auch Atomvertrag mit den USA

Mehrere Wochen nach Bekanntwerden eines Videos, auf dem die brutale Folterung eines Mannes durch ein Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi zu sehen sein soll, ist der Prinz Medienberichten zufolge unter Hausarrest gestellt worden. Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN läuft gegen Scheich Issa bin Zayed al-Nahyan, ein Bruder des Kronprinzen von Abu Dhabi, eine Untersuchung.

Das dreistündige Video, das aus dem Jahr 2004 stammen soll, zeigt, wie ein gefesselter Mann in der Wüste von zwei Männern eine dreiviertel Stunde unter anderem mit einem Elektroschocker gefoltert wird. Seine Genitalien werden mit einem Feuerzeug angebrannt, einer der Männer schlägt mit einem Nagelbrett immer wieder auf den schreienden Mann ein, dann wird Sand in seine Wunden gestreut. Einer der Folterer stopft dem Opfer dann ganze Hände voll Sand in Mund und Nase. Einer der beiden Männer trägt eine Polizeiuniform. Bei dem zweiten Mann soll es sich um den Scheich handeln.

Folter-Video schockierte Welt
Menschenrechtsorganisationen begrüßten das Vorgehen gegen den Prinzen, der keine formale Funktion in dem Emirat hat. "Das Video hat die Welt geschockt", sagte Sarah Leah Whitson von Human Rights Watch. Nun müsse die Regierung von Abu Dhabi aber alle Details öffentlich machen.

Der Skandal verzögert nach Informationen von CNN auch die Ratifizierung eines zivilen Atomvertrags zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten, zu denen Abu Dhabi gehört, und den USA. Die Videoaufnahme, deren Existenz seit längerem bekannt war, war im April einem Bundesgericht in Texas vorgelegt worden. (apa/red)

11.5.2009 09:26