UNO verurteilt jüngstes Blutbad in Sri Lanka: Rund 1.000 Menschen bei Angriff getötet
- Brutaler Artilleriebeschuss auf tamilische Zivilisten
- Mehr als 1.300 Personen bei dem Angriff verletzt

·Hunderte Todesopfer bei Angriff der Armee
Sri Lanka: 257 Opfer
und über 800 Verletzte
·Sri Lanka: Indien kämpft für Waffenruhe
In letzten Monaten fast 6.500 Personen getötet
·UN-Rat ruft Tamilen zu Waffenruhe auf
Sri Lanka: Warnung vor humanitärer Katastrophe
Bis zu 1.000 Zivilpersonen sind im srilankischen Kriegsgebiet nach Angaben eines Arztes bei Artillerieangriffen am Wochenende ums Leben gekommen. Allein 430 Menschen seien tot ins Krankenhaus gebracht worden oder dort ihren Verletzungen erlegen, sagte der Mediziner V. Shanmugarajah am Montag. Viele seien aber fern der Klinik gestorben, die Zahl der Toten liege deshalb weit höher. In der Nähe des Krankenhauses hätten Freiwillige Massengräber ausgehoben, in denen jeweils 50 bis 60 Leichen beigesetzt worden seien.
Gestützt auf Berichte von Augenzeugen gehe er von rund 1.000 Toten aus, sagte Shanmugarajah, der im Auftrag der Regierung in dem umkämpften Gebiet im Norden der Insel Ceylon arbeitet. Mehr als 1.300 Verletzte seien zur Behandlung ins Krankenhaus gekommen.
Bei einer ersten Angriffswelle wurden den Angaben zufolge mindestens 378 Menschen getötet. Eine zweite Attacke erfolgte wenig später. Regierung und tamilische Rebellen machten sich gegenseitig verantwortlich.
UNO verurteilt Blutbad
Beobachter der Vereinten Nationen in Sri Lanka verurteilten den Tod von Hunderten Menschen als Blutbad, das auch rund 100 Kinder das Leben gekostet habe. Die internationale Organisation habe schon lange vor einer derartigen Eskalation gewarnt, sagte UNO-Sprecher Gordon Weiss am Montag. Jetzt sei "dieses Blutbad eine Realität geworden".
Mehrere Menschenrechtsorganisationen, darunter Human Rights Watch und Amnesty International, riefen das größte Geberland Japan auf, die Vereinten Nationen zum Handeln zu drängen. Der Sicherheitsrat müsse sich umgehend mit dem Konflikt befassen und entsprechende Schritte unternehmen, forderten die Organisationen.
50.000 Flüchtlinge leben im Kampfgebiet
Im Kampfgebiet leben schätzungsweise 50.000 tamilische Flüchtlinge. Nach UN-Angaben wurden bei der Offensive gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) allein in den ersten drei Monaten des Jahres fast 6.500 Zivilpersonen getötet. Die Regierung und Menschenrechtsorganisationen werfen den LTTE vor, die Menschen als Schutzschilde zu missbrauchen.
Die LTTE kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat der Tamilen. Der Konflikt hat schon mehr als 75.000 Menschen das Leben gekostet. In den vergangenen Wochen haben die Regierungstruppen die Rebellen auf einen rund vier Kilometer langen Streifen an der Nordostküste der Insel Ceylon zurückgedrängt. (apa/red)
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