Dienstag, 12. Mai 2009

Abschied von Bühnen-Legende Fritz Muliar:
In Ehrengrab am Zentralfriedhof beigesetzt

  • Zahlreiche Prominente erschienen zur Trauerfeier
  • Föttinger: Muliar war ein "Patriot und Kosmopolit"

In der Früh weinte der Himmel, am Nachmittag die Wiener Theaterwelt: Fritz Muliar, Publikumsliebling und "Inbegriff des Volksschauspielers", wie ihn Herbert Föttinger bei der Trauerfeier am Wiener Zentralfriedhof bezeichnete, wurde im Beisein von zahlreicher Polit- und Theaterprominenz sowie Dutzenden Schaulustigen verabschiedet. Der Kammerschauspieler war am 4. Mai im Alter von 89 Jahren gestorben. Er wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt.

"Der aufrechte Gang, die Haltung - das assoziiere ich mit Fritz Muliar", sagte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny bei seiner Trauerrede am Nachmittag.

Föttinger: "Patriot und Kosmopolit"
Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger gab im Anschluss einen biografischen Abriss des 71 Jahre lang auf allen bedeutenden Bühnen des Landes und im Fernsehen zu Hause gewesenen Schauspielers. Muliar war für Föttinger "ein Patriot und Kosmopolit, ein Kämpfer für humanistische Gesinnung". Die Nachricht von seinem Ableben habe in der Josefstadt einen Schock ausgelöst. Muliar habe immer gesagt, solange von jemandem gesprochen werde, sei dieser nicht tot. "Wir sprechen von dir, solange wir Worte haben", versprach Föttinger. Helmuth Lohner konstatierte im Anschluss mit Tränen in den Augen: "Das Unausweichliche ist da." Seine berührenden Erinnerungsworte zum Abschied an einen lieben Freund schloss er kurz und traurig: "Adieu, Fritz."

Nach eingespielten Worten von Muliar und eingerahmt von der 5. Symphonie von Gustav Mahler zogen die Trauernden schließlich zum Grab Muliars, das sich neben demjenigen Gert Jonkes und in der gleichen Gruppe wie die Grabstätten von Gusti Wolf, Inge Conradi oder Joe Zawinul befindet. Dem Trauerzug folgten u.a. Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll sowie unzählige Schaulustige. Elfriede Ott, langjährige enge Bühnenpartnerin Muliars, meinte dazu: "Das hier ist sein Publikum."

Im Juli soll postum das Buch "Denk ich an Österreich. Eine Bilanz", an dem Muliar bis zuletzt arbeitete, im Residenzverlag erscheinen. (apa/red)

12.5.2009 16:06

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