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ÖVP will ein dreiteiliges Aufnahmeverfahren
- Claudia Schmied erteilt den Plänen eine klare Absage
- Auch Grüne gegen Amons "Drei-Phasen-Vorschlag"
IHRE MEINUNG: Ist ein neues Verfahren sinnvoll?

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Der ÖVP-Vorschlag für ein neues dreiteiliges Aufnahmeverfahren an den sorgt in der Politik für Afregung. Nun meldet sich Bildungsministerin Claudia Schmied zu Wort: "Nach einigen Wochen der standespolitischen Ablenkung zeigt der Wunsch von ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon nach neuen Aufnahmetests für die AHS die wahren Ziele der ÖVP-Bildungspolitik: Zurück in die Sechziger-Jahre, zurück in die bildungspolitische Vergangenheit", kritisierte Schmied den Vorschlag. Ablehnung kam auch von den Grünen und dem BZÖ, das ein Sprechverbot für die ÖVP im Bildungsbereich forderte.
ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon hatte ein dreiteiliges Aufnahme-Verfahren vorgeschlagen. Erstens sollen wie bisher die Noten der vierten Klasse Volksschule berücksichtigt werden. Zweitens soll es ein "Prognoseverfahren" geben, mit dem herausgefunden werden soll, welches Potenzial und welche Interessen ein Kind mitbringt. Und drittens sollen die Volksschulzeugnisse evaluiert werden.
Falscher Weg
Für Schmied ist das der falsche Weg: Alle internationalen Studien zeigen, "dass die brutale Trennung der Kinder mit zehn Jahren soziale Ungerechtigkeit verschärft und Spitzenleistungen im Bildungssystem verhindert". Amon fordere eine weitere Verschärfung dieser Trennung. "Internationale Bildungswissenschafter werden mit Recht den Kopf schütteln", so die Ministerin und: "Die von Amon geforderte Retro-Politik wird es in dieser Regierung nicht geben. Seine vollkommen unüberlegten Forderungen sind nicht Teil des Regierungsprogramms und somit auch kein Thema dieser Regierung." Die ÖVP dürfe "ihre Bildungspolitik nicht der Lehrergewerkschaft und dem ÖAAB überlassen", richtete sie dem Koalitionspartner aus.
"Brutaler Versuch der sozialen Selektion"
Ein klares Nein kam auch vom BZÖ. Generalsekretär Martin Strutz sprach von einem "brutalen Versuch einer sozialen Selektion" und "absoluten Tiefpunkt der immer absurderen ÖVP-Bildungspolitik". "Ich fordere ein Sprechverbot für die ÖVP im Bildungsbereich", so Strutz. Er warf der ÖVP vor: "Die Lehrer in Watte packen, aber den Schüler die Bildungschancen rauben, das ist keine bürgerliche Politik, das ist Bildungskommunismus."
Als "bildungspolitischen Humbug" kritisiert Grünen-Bildungssprecher Harald Walser Amons Vorschlag. Die ÖVP müsse "endlich die Ergebnisse der Forschung akzeptieren und ihre verstaubten bildungspolitischen Vorstellungen ablegen. Amons Vorschlag ist eine Gefährdung für den Bildungsstandort Österreich", so der Bildungssprecher.
Mangelnde Schulrealität
ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon sieht bei der SPÖ mangelnde Schulrealität. Die "äußerst nervöse Reaktion" von Unterrichtsministerin Claudia Schmied zum Thema Aufnahmeverfahren an den AHS zeige, "wie treffsicher" der Vorschlag sei, sagte Amon in einer Aussendung. Schmied versuche "mit Brachialgewalt ein ideologisches System der Gleichmacherei zu etablieren", so der Bildungssprecher.
FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz kritisierte, dass die Vorschläge der ÖVP "um Jahre zu spät" kommen. In den großen Ballungsräumen seien die AHS oft der letzte Ausweg, um seinen Kindern die Zukunft nicht zu verbauen. Es sollen "natürlich" nur Kinder in die AHS gehen, die auch das Niveau dafür haben. Grundsätzlich seien aber Volksschullehrer in ihrer Benotung sehr wohl in der Lage, zu beurteilen, ob ein Kind für eine AHS geeignet sei oder nicht, so Rosenkranz.
Abgelehnt wurden Amons Wünsche von Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB. Für den ÖGB kommen "weder verschärfte Aufnahmeverfahren noch Sonderklassen für Migranten in Frage". Die Entscheidung für einen Bildungsweg findet in Österreich ohnehin viel zu früh statt, so Achitz.
(apa/red)
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