Mittwoch, 13. Mai 2009

Burger & Süßes vom Speiseplan gestrichen:
"Dank der Krise" ernähren wir uns gesünder

  • Vollkornkost, Obst und Gemüse gefragter denn je
  • Bewegungsdrang: Jeder 3. will auf Öffis umsteigen

Österreicher ernähren sich dank der Wirtschaftskrise offenbar gesünder. Während so mancher Fast Food, Süßigkeiten und Alkohol vom Speiseplan streicht, greifen viele häufiger zu Bio- und Vollkornkost, Obst, Gemüse oder Fisch. Angesichts der Krise verzichten die Österreicher auch zunehmend auf Autofahrten. Jeder Dritte will öfter zu Fuß gehen oder auf "Öffis" umsteigen.

Dies ergab eine Umfrage der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie der Allianz-Versicherung. Fünf Prozent sparen beim Genussmittel Kaffee, vier Prozent bei Zigaretten und elf Prozent bei Alkohol. Mehr als ein Drittel der 1.000 Befragten ab 14 Jahren isst laut der Studie zudem weniger oft außer Haus. Besonders Wenigverdiener und Personen unter 40 Jahren sowie in Ostösterreich hätten diese Reaktion auf die Wirtschaftskrise angegeben, erklärte AGES-Sprecherin Ingrid Kiefer. Etwa gleich viele (33 und 30 Prozent) kaufen zudem vermehrt bei Diskontern bzw. greifen verstärkt zu billigen Eigenmarken.

Bio ist in
Teilweise sind die Ergebnisse auch widersprüchlich: Während je sechs Prozent öfter Bio- oder Vollkorn-Kost wählen, sparen zehn bzw. sieben Prozent genau bei dieser Produktgruppe. Zurückzuführen sei dies auf unterschiedliche Einkommens- und Bildungsschichten, betonte Kiefer. Während Besserverdienende sich offenbar gesünder ernähren, schnallen Österreicher mit einem kleinen Budget den Gürtel gerade bei teurer, hochwertiger Kost enger.

Auch bei der Gesundheitsvorsorge seien Auswirkungen spürbar: 20 Prozent sparen bei Leistungen, die von Krankenkasse nicht bezahlt werden, 17 Prozent bei Privatärzten. Drei von zehn Österreichern haben in den vergangenen Monaten Auswirkungen auf ihre persönliche Lebenssituation wahrgenommen, ebenso viele rechnen in der Zukunft damit.

(apa/red)

13.5.2009 07:47