Dienstag, 12. Mai 2009

Autonome Tage für Schüler weiter frei?
Einigung erzielt - Noch nicht beschlossen

  • Lehrer müssen aber die "Betreuung sicherstellen"
  • Endgültiger Beschluss soll bei nächstem Gipfel folgen
    PLUS: Schmied fordert "höhere Lehrverpflichtung"

In fast fünfstündigen Gesprächen haben sich Vertreter von Schülern, Eltern und Lehrern darauf geeinigt, wie die vier (Pflichtschulen) bzw. fünf (höhere Schulen) schulautonomen Tage künftig genutzt werden sollen. Der Kompromiss sieht laut der ÖVP-nahen Schülerunion vor, dass die Freitage nach Christi Himmelfahrt und Fronleichnam generell schulfrei sind.

An den zwei bzw. drei verbleibenden Tagen, die weiterhin schulautonom fixiert werden können, haben Schüler prinzipiell ebenfalls keinen Unterricht, Lehrer müssen allerdings an die Schule kommen und "die Betreuung sicherstellen", so Marchetti zur APA. Walter Riegler, Vorsitzender der Arge Lehrer in der Gewerkschaft, sprach von einem "tragbaren Kompromiss für diese Gruppe", wollte aber mit Hinweis auf eine Stillschweigevereinbarung inhaltlich nichts dazu sagen. Er betonte allerdings, dass die Lehrer "selbstverständlich als möglichen Kompromiss angeboten haben, Kinder zu betreuen, die von den Eltern nicht betreut werden können und in die Schule kommen müssen."

Das Paket wurde laut Schülerunioni "mit großer Mehrheit" beschlossen. Einige Elternvertreter haben allerdings nicht dafür gestimmt, da sie erst mit ihren Gremien Rücksprache halten wollen. Da die Schulpartner aber eine einstimmige Lösung anstreben, soll in zwei Wochen ein weiteres Treffen stattfinden. "Ich glaube auch, dass wir das erreichen werden", gab sich Riegler optimistisch.

Derzeit gibt es an Volks- und Hauptschulen vier und an höheren Schulen fünf Tage, welche die Lehranstalten autonom freigeben können. Die Pädagogen sollten diese Tage für Fortbildung nutzen. Im Zuge des Streits um die Lehrer-Arbeitszeit hatte die Gewerkschaft angeboten, die schulautonomen Tage in Unterrichtszeit umzuwandeln. Unterrichtsministerin Schmied nahm dieses Angebot an, was allerdings von Eltern und Schülern sowie der Tourismuswirtschaft kritisiert wurde.

(apa/red)

12.5.2009 19:43
write, 13. 05. '09 05:58
Halten alle anderen für dumm....
....die Lehrer!
Hauptberufliche Gewerkschaftsfunktionäre diskutieren präpotent über die Erhaltung vorsintflutlicher Privilegien.
In Zeiten wie diesen gehört die Normalarbeitszeit der Lehrer auch offiziell als Kurzarbeit bezeichnet und dementsprechend entlohnt!
Ich würde auch Eignungstests (psychologisch und fachlich) so im 5 Jahres Rhytmus für ältere Lehrer einführen.
Einerseits zur Kontrolle der- ja nur freiwilligen!!!- beruflichen Weiterbildung, andererseits um ihren psychischen Zustand zu kontrollieren(es jammern ja fast alle über die Belastung und den Stress)
Die dadurch ausscheidenden Lehrer könnten ja entweder als Gewerkschafter weitermachen oder in Frühpension gehen.
newsrenate, 12. 05. '09 16:42
"Attraktiv" fände sie auch eine Jahresarbeitszeit.
Weiß die Frau Minister denn nicht, dass die Pflichtschullehrer schon seit Jahren eine Jahresarbeitszeit haben, also genau so viele Stunden arbeiten, wie jeder andere Vollzeitarbeitnehmer?
Kritiker, 12. 05. '09 19:17
Re:
Frage mich nur wie sie das erreichen bei der üppigen Ferienzeit? Denn wenn ich einen VS-Lehrer nehme so hat der vier bis fünf Stunden an an fünf Tagen womöglich noch abzüglich Turnen, Religion und Handwerken. Der kommt mit samt Vorbereitung max auf 25 Std. im Jahresschnitt
abraxa, 12. 05. '09 22:03
@ kritiker
Ich verstehe nicht, warum die Öffentlichkeit immer glaubt, dass Lehrer nur dann arbeiten, wenn sie in der Klasse stehen? Die Arbeitszeit mit den Schülern beginnt, sobald der Lehrer die Schule betritt und endet, wenn er sie verlässt! Dann kommt zusätzlich die Vorbereitungszeit und die Korrekturzeit zu Hause dazu. außerdem die ganztägige (auch in der Nacht) Beaufsichtigung bei Schulveranstaltungen. Büromenschen werden ja auch nicht nur bezahlt, wenn sie den Stift in der Hand halten und schreiben! Freistunden zwischen den Unterrichtsstunden sind ja auch nicht wirklich Freizeit für den Lehrer, in der Schule gibts immer was zu tun. Außerdem findet die Fortbildung hauptsächlich in der unterrichtsfreien Zeit statt!
abraxa, 12. 05. '09 22:05
noch was
und ein Volksschullehrer hat eine Lehrverpflichtung von 23 Stunden, also nix mit nur 25 Stunden Arbeitszeit!
Kritiker, 12. 05. '09 14:06
Sind alle Unvernünftig - oder doch nur gierig ?
Anstatt den Kindern Bildungszeiten zukommen zu lassen, haben wohl alle Gruppen nur Ihren Vorteil im Sinn.
Die Eltern sollten froh sein, wenn die Sprösslinge versorgt und beschäftigt sind, die Schüler dankbar für das Mehr an Unterrichtszeit um weiterzukommen und die Lehrer dafür dass sie mehr Zeit haben, den Stoff durchzubringen.
Das die Tourismusbranche dagegen ist, ist mir auch unverständlich, denn wenn die Lehrlinge eine bessere Bildung vorweisen können, ist das sicher auch in Ihrem Sinne. Vielleicht sollten sie daher nicht nur an die belegten Betten zu den Fenstertagen denken, sondern auch an die höhere Qualität ihrer zukünftigen Mitarbeiter.