Donnerstag, 7. Mai 2009

Muss Wien-Aspern wegen Fiat umsatteln?
Fiats Übernahme gefährdet das Opel-Werk

  • Halbierung der Belegschaft ist laut Entwürfen möglich
  • Berliner Regierung rüstet sich für eine GM-Insolvenz

Sollte der italienische Fiat-Konzern die deutsche GM-Tochter Opel übernehmen, droht der Motoren- und Getriebefabrik in Wien-Aspern die Verkleinerung der 1.800 Mitarbeiter bis auf die Hälfte des aktuellen Belegschaftsstandes. Dies geht aus einem in Deutschland durchgesickerten Strategie-Konzept des Opel-Interessenten hervor.

Nach der Fusion von Fiat und Opel sollen Endmontagewerke an den englischen Standorten Luton und Ellesmere Port sowie im belgischen Antwerpen geschlossen werden, berichtet die "Frankfurter Allgemeinen" (FAZ). Dazu sollen Fiat-Fabriken an süditalienischen Standorten Pomigliano und Termini Imerese und Vauxhall-Werke in England und Italien geschlossen.

Endmontagewerke in Deutschland seien nicht von Einsparungsplänen betroffen, sehr wohl aber die Motoren und Getriebewerke in Kaiserslautern, Rüsselsheim und Bochum. Eine Sprecherin des Wiener Powertrain-Werks, wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Regierung auf GM-Insolvenz vorbereitet
Die deutsche Regierung bereitet sich laut "Fiancial Times Deutschland" auf eine baldige Insolvenz von General Motors vor. Wie die Zeitung berichtete, arbeiten Wirtschaftsministerium und Kanzleramt an einem Krisenplan, der unter anderem kurzfristige Liquiditätshilfen für Opel vorsieht, um den Betrieb des Autobauers aufrecht zu erhalten. Die Bundesregierung rechne fest damit, dass GM Ende Mai oder Anfang Juni Insolvenz anmelden müsse.

GM könnte unterdessen einem laut einem Zeitungsbericht Opel an Fiat im Tausch gegen eine Beteiligung an dem italienischen Rivalen verkaufen. GM sei an einem Einstieg bei Fiat interessiert und wolle dafür im Gegenzug sein Europa- und Lateinamerika-Geschäft anbieten, so die "New York Times".

Opel will unterdessen der traditionsreichen DDR-Automarke Wartburg einem Pressebericht zufolge neues Leben einhauchen. Es sei geplant, Wartburg neben Opel als Billigmarke aufzubauen, berichtete die Zeitschrift "Auto Bild".
(apa/red)

7.5.2009 13:01