Das Kultur-Jahr

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9.5.2009 17:52

Mit "...Trail of Dead" zum Höhepunkt: Ein Konzerabend wie ein Jahrhundertereignis

  • Auf der Century of Self-Tour auch im Wiener WUK
  • Neuentdeckung Gringo Star begleitete die Texaner

Einer Band die sich selber gleich ein ganzes Jahrhundert widmet und ihren neuesten Longplayer dementsprechend „The Century of Self“ betitelt, kann gemeinhin ein gewisser Hang zur Selbstüberschätzung und Größenwahn nachgesagt werden. Ganz anders gestaltete sich das einzige Österreich-Konzert der sechs Texaner von ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead im gut gefüllten Wiener WUK.

Eineinhalb Stunden gab es für die durchwegs begeisterte Fanschar eine druckvolle Performance, ohne Schnickschnack und Pathos, obwohl manche ihrer asymmetrischen Songbausteine das mitunter selbst suggerieren würden. Ein Abend mit ...Trail of Dead, so die gebräuchliche Kurzform des sperrigen Bandnamens, könnte in einem knappen Statement einfach als „Wucht“ bezeichnet werden.

Durch das mit zwei Schlagzeugen bewaffnete Rhythmus-Organ der Formation und ein auf das Wesentliche konzentrierte Bandgefüge macht so ordentlich Druck, dass man sich alsbald in einem richtigen Rausch befindet, wartend auf den gemeinsamen Höhepunkt zwischen Publikum und Band.

Grenzenlos
Auch wenn die Band rund um Mastermind Conrad Keely, ein ebenso begeisterter Maler und Essayist, gefühlte zehn bis 15 Nummern in ihrer Performance unterbrachte, könnte das Klangerlebnis auch als großes Ganzes gesehen werden: Ein einziger kolossaler Song für einen Abend, die Grenzen beginnen zu verwischen.

Der geheime Höhepunkt spielte sich dennoch in einzelnen Passagen des Abends wider, wie bei „Isis Unveiled“ vom neuen Album oder beim etwas älteren Überkracher „Will You Smile Again For Me“. Oder war es doch die Support-Band namens Gringo Star aus Atlanta, die dem einen oder anderen Besucher schon vorweg ein zufriedenes Konzerterlebnis gönnte. Unbedingt reinhören!

(Philip Dulle)

9.5.2009 17:52
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