Freitag, 8. Mai 2009

Monatlich bezahlen liegt nicht im Trend:
Kunden bevorzugen derzeit Prepaid-Handys

  • Automatische E-Loadingsysteme pushen den Wandel

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten nützen immer mehr Mobiltelefonierer Prepaid-SIM-Karten. Der harte Wettbewerb am Mobilfunkmarkt macht günstige Gesprächstarife auch ohne monatliche Grundgebühr möglich. Konsumenten meiden daher vertragliche Bindungen, um unnötige Mehrkosten einzusparen. In den Vereinigten Staaten und in Deutschland zieht dies ein solides Wachstum des Prepaid-Marktsegments nach sich. Die Etablierung vollautomatischer E-Loadingsysteme hat zudem zur günstigen Marktentwicklung beigetragen.

"Am 31.12.2008 waren in Deutschland 60,68 Mio. Prepaid-Karten im Umlauf. Allein in den letzten zwölf Monaten kamen in diesem Marktsegment mehr als sieben Millionen Teilnehmer hinzu", sagt Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg. Von einer deutlichen Verschiebung der Marktanteile könne bei näherer Betrachtung jedoch nicht gesprochen werden, da im Vergleichszeitraum auch ein Mehr von rund drei Mio. Vertragskunden registriert werden konnte. Massenvertriebskanäle über Discounter sowie die geringeren Betriebskosten seien für die vermehrte Nutzung von Prepaid-Angeboten verantwortlich. So verzeichnet das Unternehmen Transact, ein Spezialist für elektronische Zahlungssysteme, über sein E-Loadingsystem mittlerweile über sechs Mio. Ladevorgänge pro Monat.

Ähnliche Tendenzen in den USA
Auch US-Anbieter wie MetroPCS und Leap Wireless feiern gleichermaßen wirtschaftliche Erfolge. MetroPCS freute sich zu Jahresbeginn über 51 Prozent mehr Neukunden im Vergleich zum Vorjahresquartal. Insgesamt kamen in den letzten zwölf Monaten 684.000 Teilnehmer hinzu. Auch Leap Wireless konnte über 493.000 Neukunden verzeichnen. Telekommunikationsgiganten wie AT&T und Verizon Wireless geraten unter Druck und reagieren ihrerseits mit einer aggressiven Vermarktung der eigenen Prepaid-Services.

Etablierte Mobilfunkunternehmen kommen vor dem Hintergrund einer extrem hohen Marktdurchdringung in Nordamerika und Europa nicht um den Prepaid-Markt herum, so Gerpott weiter. Wertkartenmobiltelefone wurden bisher vorwiegend von Jugendlichen, Pensionisten und Wenigtelefonierern benutzt. Durch stets günstiger werdende Gesprächstarife sind Prepaid-Karten nun auch für Intensivnutzer interessant geworden. (pte/red)

8.5.2009 17:41