Gen-Ursache für Narkolepsie gefunden: Autoimmunsystem spielt eine wichtige Rolle
- Botenstoff namens Hypocretin fehlt im Gehirn
- Rund 4.000 Österreicher leiden an Schlafkrankheit

Die genetischen Ursachen von Narkolepsie hat ein internationales Wissenschafterteam unter der Federführung der Stanford University in Palo Alto (US-Bundesstaat Kalifornien) ergründet. "Wie schon länger vermutet, spielt das Immunsystem eine entscheidende Rolle", erklärte dazu Mitautorin Birgit Högl von der Medizinischen Universität Innsbruck. Die Studie wurde in der jüngsten Online-Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Nature Genetics" veröffentlicht.
Narkolepsie betrifft laut Schätzungen etwa 4.000 Personen in Österreich. Die Patienten leiden unter kaum bis gar nicht zu unterdrückendem Schlafzwang und nicken selbst im Gespräch oder bei körperlicher Betätigung plötzlich ein. Auch können sich sogenannte Kataplexien einstellen, bei denen die Person plötzlich die Kontrolle über die eigene Muskulatur verliert.
Wichtiger Botenstoff im Gehirn fehlt
Bekannt war bereits, dass Narkolepsie-Patienten ein Botenstoff namens Hypocretin im Gehirn fehlt. Die Ursache dafür ist, dass die Hypocretin-produzierenden Zellen im Hypothalamus abgestorben sind. Als Ursache vermuteten die Forscher Immunreaktionen, und das hat sich nun bestätigt. Durch genetische Untersuchungen von 800 Narkolepsie-Patienten und einer Kontrollgruppe von 1.000 Personen wurde eine verdächtige Genvariante ausfindig gemacht.
Diese Genvariante steht bekanntermaßen mit speziellen Immunzellen, sogenannten T-Zellen, in Verbindung. "Unsere Entdeckung zeigt klar, dass Narkolepsie eine Autoimmun-Erkrankung ist", sagte dazu Studienautor Emmanuel Mignot von der Stanford University.
Durch die Erkenntnisse erhoffen sich Wissenschafter und Mediziner neue Behandlungsmöglichkeiten. "Bisher können wir nur die Symptome der Krankheit bekämpfen", so Högl. Der fehlende Botenstoff im Gehirn, der als Auslöser gilt, kann bis dato nicht ersetzt werden. (apa/red)
