Zentralbank macht den Euro noch billiger:
Leitzins auf historisches ein Prozent gesenkt
- Weitere Schritte in Richtung null nicht ausgeschlossen
- Zusätzliche Liquidität für Europas Investitionsbank

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Auf den Spuren der japanischen und amerikanischen Notenbank wandelt derzeit die europäische Zentralbank (EZB). Billiger als je zuvor verleiht
die Institution Geld an andere europäische Banken. Damit soll gewährleistet werden, dass die Finanzinstitute genug Geld zur Vergabe von Krediten zur Verfügung haben. Der Leitzins wurde von 1,25 auf 1,00 Prozent gesenkt, ohne dass bereits das Ende der Fahnenstange erreicht sein muss: Notenbank-Chef Trichet schloss weitere Schritte in Richtung der Null nicht aus.
Überraschend wurde auch der Ankauf von auf Euro lautenden Pfandbriefen angekündigt. Dabei handelt es sich offenbar um eine Art Vorratsbeschluss - der EZB-Rat habe "im Prinzip" entschieden, sagte Trichet. Details sollen im Juni bekannt gegeben werden. Das Volumen der Käufe könne etwa 60 Milliarden Euro betragen. Außerdem verlängert die Zentralbank die Laufzeiten ihrer Refinanzierungsoperationen mit dem Geschäftsbanken auf zwölf Monate. Bislang können sie sich für maximal ein halbes Jahr Geld bei der EZB borgen.
Darüber hinaus bekommt die Europäische Investitionsbank (EIB) ab Juli Zugang zur Liquidität der Zentralbank. Diese Maßnahmen sollen zusammen dafür sorgen, dass Banken, die seit Monaten unter der Finanzkrise ächzen, auch weiterhin Kredite für Firmen und Haushalte zur Verfügung stellen. Außerdem erhalten über den Ankauf von covered bonds auch viele Firmen direkt Unterstützung. Jüngste Daten zur Kreditvergabe in Europa hatten die Währungshüter offenbar ebenso aufgeschreckt wie die Öffentlichkeit.
Nach der neuen Zinssenkung rechnen Anlegerexperten mit einer weiteren Talfahrt der Sparzinsen. "Der Abwärtstrend wird sowohl beim Tages- als auch beim Festgeld weitergehen", sagte der Chef der Frankfurter Finanzberatung FMH, Max Herbst, am Donnerstag in Frankfurt am Main. Auch Horst Biallo vom Verbraucherportal biallo.de rechnet mit einer Verschlechterung der Konditionen.
(apa/red)

