Jetzt gehen Drucker auf die Straße: Laut Gewerkschaft wird nächste Woche gestreikt
- Ausfälle bei Tages-, Wochen- und Monatszeitungen
- Protest gegen Verschlechterungen im Kollektivvertrag
·"Irgendwer muss auf die Bremse steigen"
NEWS: Neugebauer über Ausgang des Lehrerstreits
·Wütende Schüler erobern die Straße
BILDER: "Weniger Ferien sind einfach nicht fair"

Die Kollektivvertragsverhandlungen für das Druck-Gewerbe sind gescheitert, nun soll gestreikt werden. Dies bestätigte Franz Bittner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). "Die Forderungen der Arbeitgeber sind einfach zu hoch gewesen", erklärte er. Der Verband Druck & Medientechnik sah das naturgemäß anders und verwies in einer Aussendung auf eine "weitgehende Einigung", beim offenen Bereich der Bogendrucker sei die Gewerkschaft "uneinsichtig" gewesen.
Im Bereich Tageszeitungen und Rollendruckereien habe man sich in rund zehn Stunden Verhandlungen überwiegend geeinigt, so der Verband. Zur Klärung der "noch wenigen offenen Punkte" im Bereich Bogendrucker habe man der Gewerkschaft "noch kurzfristig weitere Gespräche angeboten". Konkret gehe es um "Änderungen bei den längst nicht mehr zeitgemäßen Zulagen", präzisierte der Verband. Man habe "eine kurzfristige Zustimmung der Mitgliedsbetriebe einholen" wollen. Doch die Gewerkschaft sei "nicht mehr bereit, zu verhandeln": "Offensichtlich setzt die Gewerkschaft auf Konfrontation."
"Sehr hoher Konsenslevel"
Bittner räumt einen "sehr hohen Konsenslevel" im Bereich der Tageszeitungen und Rollendrucker ein. Im Bogendruckbereich dagegen "wollen die Arbeitgeber nach wie vor bis zu 27 Prozent Lohn- bzw. Einkommenskürzung. Das wird von uns nicht akzeptiert. Und es macht überhaupt keinen Sinn, weitere Verhandlungen zu führen, nur weil der Arbeitgeberverband der Meinung ist, hier ist noch etwas für ihn zu holen." Man habe ohnehin ein "Krisenpaket" geschnürt, das den Arbeitgebern "sechs Prozent Kostenkürzungen für die nächsten ein bis zwei Jahre beschert".
"Ab sofort" werden laut Bittner in den Betrieben Urabstimmungen abgehalten, einen entsprechenden Vorratsbeschluss hat das GPA-djp-Präsidium bereits im April gefasst. In den Betrieben werde nun "geheim abgestimmt", gibt es eine Mehrheit pro Streik, "kann stündlich gestreikt werden", kündigte er an. Welche Betriebe - und Tageszeitungen - das wann betreffen wird, sei noch nicht zu sagen. Bei den Tageszeitungen glaubt er jedenfalls, "dass es effizienter ist, wenn eine nicht erscheint und die anderen schon".
(apa/red)

