Donnerstag, 7. Mai 2009

Kurzarbeit & Bildung sollen EU-Jobs retten:
EU-Spitze und Sozialpartner finden Rezept

  • Konkrete Antworten auf die Krise aber erst im Juni
  • Arbeitsmarktreformen eher Kompetenz der Länder

Spitzen der EU und europäische Sozialpartner feilten in Prag an einem Rezept zur Rettung von Arbeitskräften - und einigten sich dabei auf Bewährtes: Möglichst viele Jobs sollen durch Kurzarbeit und Umschulungsprogramme gerettet werden. EU-Kommissionspräsident Barroso kündigte im Anschluss an den "Beschäftigungsgipfel" an, die EU-Kommission werde für den nächsten EU-Gipfel im Juni "konkrete Antworten" vorbereiten.

Barroso räumte ein, dass die EU nicht verhindern könne, "dass infolge der Krise Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren werden". Nach der jüngsten Konjunkturprognose der EU-Kommission werden sowohl in der EU als auch in der Eurozone die Beschäftigung um rund 2,5 Prozent in diesem Jahr und um weitere 1,5 Prozent im nächsten Jahr sinken, was dem Verlust von rund 8,5 Millionen Arbeitsplätzen in den beiden Jahren entspricht. "Wenn wir jetzt handeln, können wir vielleicht den Arbeitsplätzeabbau eindämmen und Millionen Menschen helfen, neue und bessere Arbeitsplätze zu finden", betonte Barroso.

Konkret schlagen die EU-Spitzen - neben Barroso auch der scheidende tschechische Premier und EU-Ratsvorsitzende Mirek Topolanek sowie dessen nachfolgendem EU-Vorsitzenden, Schwedens Ministerpräsident Frederik Reinfeldt - zehn Maßnahmen zur Sicherung von Beschäftigung in der EU vor. So sollen etwa weitere Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds locker gemacht werden, neue Arbeitsplätze durch Senkung der Lohnnebenkosten und Flexicurity geschaffen werden. Die Arbeitsämter sollten durch intensivere Beratung und Schulungen Angebote für Jugendliche greifbarer machen. Die Zahl qualitativ hochwertiger Lehrstellen und Praktika will die EU bis Jahresende signifikant erhöhen.

Die EU hat in der Sozial- und Beschäftigungspolitik nur wenige Kompetenzen. Arbeitsmarktreformen sind im wesentlichen die Aufgabe der Staaten.
(apa/red)

7.5.2009 17:06