Österreichs Wirtschaft weiter auf Talfahrt:
EU prophezeit Einbruch von vier Prozent

  • Prognose: Erst 2010 erholt sich Wirtschaft wieder
  • Arbeitslosenrate dürfte auf 6 Prozent hochschnellen

Die Rezession in Österreich wird sich nach der jüngsten Prognose der EU-Kommission deutlich verschärfen. In ihrer vor kurzem veröffentlichten Frühjahrsprognose erwartet die Brüsseler Behörde in diesem Jahr einen Wachstumseinbruch um 4,0 Prozent. Dies entspricht genau dem erwarteten durchschnittlichen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in der gesamten Eurozone und in der EU im laufenden Jahr.

Erst 2010 erwartet die Kommission für Österreich eine Erholung der Wirtschaft, mit einem leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent. Das Budgetdefizit wird in Österreich heuer auf 4,2 Prozent steigen, 2010 sogar auf 5,3 Prozent, erwartet die EU-Kommission. Die Arbeitslosenrate dürfte nach Schätzungen der EU-Kommission in diesem Jahr in Österreich auf 6,0 Prozent hochschnellen und im nächsten Jahr 7,1 Prozent erreichen. In der Eurozone wird die Arbeitslosenquote heuer auf 9,9 Prozent steigen, 2010 auf 11,5 Prozent, heißt es in der EU-Prognose.

Rezession schlimmer als erwartet
Die Rezession in Europa ist damit schlimmer als zunächst angenommen. Der Rückgang um 4 Prozent ist nach Angaben der EU-Kommission doppelt so viel wie bisher erwartet.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise schlägt sich demnach massiv auf die Staatshaushalte nieder. Nur drei Länder des Eurogebiets - Finnland, Luxemburg und Zypern - halten nach Brüsseler Einschätzung im laufenden Jahr die Maastrichter Defizitmarke von 3 Prozent ein.

Die deutsche Wirtschaft steht im laufenden Jahr vor einem Wachstumseinbruch von 5,4 Prozent. Im kommenden Jahr soll es ein leichtes Plus von 0,3 Prozent geben. Der Rückgang in Deutschland wird 2009 in der Eurozone nach Einschätzung der Kommission nur von Irland übertroffen - die Wirtschaft der Insel dürfte um dramatische 9 Prozent schrumpfen. (apa/red)

4.5.2009 16:32
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