Donnerstag, 7. Mai 2009

Magna wirft Fiat den Fehdehandschuh hin:
Intensives Ringen um den Autobauer Opel

  • Stronachs Zuliefererbetrieb will 20 Prozent erwerben
  • Fiats Chef Marchionne lockt mit einer kühnen Vision

Vor den Toren von Rüsselsheim werden die Messer gewetzt. Auf der einen Seite ein Weltkonzern, zu schmieden aus den Einzelteilen von Fiat und Chrysler. Auf der anderen Seite ein austro-kanadischer Zulieferer, ausgerüstet mit einer milliardenschweren Kriegskasse. Die Beute, um die die beiden Kontrahenten ringen, heißt Opel. Die Auseinandersetzung wird mit ungleichen Waffen geführt – und ihr Ausgang ist völlig offen.

Fiat-Chef Sergio Marchionne eröffnete den heißen Tanz um Opel mit einem Sensationscoup: Nach dem Einstieg beim insolventen US-Autobauer Chrysler überraschte der Italo-Kanadier, seit fünf Jahren an der Spitze des inzwischen sanierten italienischen Konzerns, mit der Ankündigung, nun auch noch die deutsche GM-Tochter Opel übernehmen zu wollen. Ziel sei die Schaffung eines Weltkonzerns aus Fiat, Chrysler und Opel, der Arbeitsplätze retten, Kosten sparen und der Konkurrenz die Stirn bieten soll. Mit einem Umsatz von rund 80 Milliarden Euro würde der neue Autoriese bei einem jährlichen Verkauf von sieben Millionen Autos zur weltweiten Nummer zwei aufsteigen.

Mit seiner kühnen Vision wird Marchionne zwar vom GM-Konzern mit offenen Armen empfangen, von Opels Betriebsräten und der Regierungspartei SPD jedoch mit Skepsis bedacht. "Das ist nicht die feine Art“, richtete Betriebsratschef Klaus Franz Marchionne aus, nachdem erste Details aus Marchionnes Übernahmeplänen bekannt wurden. Der Einstieg Fiats würde unter anderem in Kaiserslautern die Schließung eines der deutschen Opel-Standorte nach sich ziehen. Eine Aussicht, mit der sich auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil nicht anfreunden kann: "Ich finde, dass wir ganz vorsichtig sein müssen“, stieg der Politiker auf die Bremse.

Willkommene Magna-Offerte
Umso gelegener dürften deutschen Sozialdemokraten und Betriebsräten daher das nun erstmals offiziell übermittelte Angebot von Magna International kommen: Der Konzern des gebürtigen Steirers Frank Stronach tritt mit der Offerte, 20 Prozent von Opel übernehmen zu wollen, in offene Konkurrenz zu Sergio Marchionne. Unterstützung hat Magna, das sofort 1,5 Milliarden Euro auf Opels Konten überweisen könnte, aus Russland. Über eine Beteiligung des selbst finanziell angeschlagenen russischen Autobauers GAZ wurde zuletzt viel gemutmaßt, wahrscheinlicher wäre hingegen eine Beteiligung der staatlichen Sberbank, der größten russischen Geschäftsbank.

Wo Fiat mit der Aussicht auf einen neuen Weltkonzern punkten will, erlegt sich Magna Bescheidenheit auf. "Ich habe immer gesagt, unsere Präferenz wäre, nicht zu konkurrieren", betonte Stronach zuletzt. "Aber angenommen, einige unserer Kunden brechen zusammen? Dann bliebe uns womöglich keine andere Wahl."

Wer letztlich den Zuschlag erhält, entscheidet auch die Politik. Nach der Offenlegung von Fiats Absicht zur Schließung des Werks in Kaiserslautern könnte Magna die Nase vorne haben. Fraglich bleibt allerdings, ob Magna für den Fall einer Übernahme nicht ähnliche Pläne in der Schublade hat. Dass rund 85 Prozent aller Magna-Angestellten in Österreich zuletzt einem temporären Lohnverzicht zugestimmt haben, wird man auch in der SPD vernommen haben.
(Stefan Meisterle)

7.5.2009 10:35
antikapitalist, 06. 05. '09 12:15
ich habe geschrieben...
das es nicht persönlich gemeint ist und ich habe auch geschrieben das die mächtigen genau solch manipulierte schäfchen brauchen(...das spielchen mit der angst!!!!!)das IST die wahrheit und deswegen tuts auch so weh!!!99% hosensch..... in unseren ach so tollen "demokratischen" staaten! PS:ich bin kein pensionist und habe auch keinen job in dem ich unkündbar bin!ich bin nur ein mensch der sich von sogenannten "volksvertretern" nicht mehr verarschen lässt
sidestep, 06. 05. '09 12:31
Re: ich habe geschrieben...
Na dann gratuliere ich Ihnen wenn Sie sich nicht mehr manipulieren lassen. Das Problem ist nur, das viele glauben sie werden nicht manipuliert und merken es meistens nicht, wenn sie nach der Pfeife der anderen tanzen. Außerdem wiederholen Sie sich ständig und nennen andere, die gar keine Wahl haben als sich sehenden Auges manipulieren zu lassen, weil sie sonst ihren Arbeitsplatz verlieren "Hosensch...." Dies sagt mehr über Sie aus, als Sie es je mit Ihren Worten selbst tun könnten.
antikapitalist, 06. 05. '09 11:34
warum so aufgeregt???
ist ja nicht persönlich gemeint, aber die wahrheit tut halt manchmal weh.lieber ein querulant und verschrien als ein entmündigter massendepp!!!
sidestep, 06. 05. '09 11:56
Re: warum so aufgeregt???
Wenn Sie mit dem Massendepp mich meinen, haben Sie sich selbst disqualifiziert. Was nützt mir, k e i n Massendepp zu sein und meine drei Kinder und die Raten fürs Haus nicht mehr bezahlen zu können und dann zu fünft auf der Straße zu stehen. Aber wie gesagt: Ein unkündbarer Beamter oder ein Pensionist wird das niemals verstehen. Ob er ein Massendepp ist, weil es ihm an der notwendigen "Masse" oben im Kopf fehlt um dies zu verstehen, überlasse ich gerne zur Beurteilung diesem Manne selbst. Aus einer gesicherten Position heraus ist halt leicht reden oder wie heißt es so schön: Mit voller Hose ist leicht st.....
antikapitalist, 06. 05. '09 10:28
es ist einfach unglaublich...
...das 99% der bevölkerung dieses (geniale) spielchen mit der angst einfach nicht durchschauern!sich unterdrücken,erpressen und entmündigen lassen ist DIE bequeme lösung!!! ja nichts sagen und verändern,sonst könnt ich ja meinen job verlieren und dann.....????...und genau so manipulierte "schäfchen" brauchen unsere mächtigen!!!...denn die sind sicher ncht blöd
sidestep, 06. 05. '09 11:26
Re: es ist einfach unglaublich...
Super! Und was wäre die andere Alternative? Das wäre, gegen alles aufzubegehren und bei nächster Gelegenheit - als Querulant verschrien - als Erster entlassen zu werden! Bravo Herr Antikapitalist. Sie sind sicher Rentner oder unkündbarer Beamter, sonst könnten Sie nicht soviel Dummes von sich geben! Dann bin ich zwar kein "Kuscher" dafür aber ein Arbeitsloser mehr. Behalten Sie Ihre Weisheiten für sich oder, wenn das nicht geht, dann schalten Sie bitte vorher Ihr Hirn - falls vorhanden - ein!
antikapitalist, 06. 05. '09 06:49
und was machen diese saudummen...
magnamitarbeiter??sie verzichten freiwillig auf einen teil ihres verdienstes!!!und wofür??? das die chefetagae weiter ihr luxsusleben führen kann!!!..wurde da gehirnwäsche betrieben???anders kann ich mir so viel blödheit bei bestem willen nicht vorstellen!
sidestep, 06. 05. '09 09:47
Re: und was machen diese saudummen...
Schon mal was von indirektem Druck gehört? Wer nicht "freiwillig" mitmacht, gehört, wenn die Krise weiter so voranschreitet und zum Schluss auch noch Kündigungen ausgesprochen werden, zu den Ersten, die gekündigt werden. Ist nun auch dir alles klar Herr Antikapitalist?