Hoeneß auf der Suche nach dem Bayerlein:
München wünscht sich einen Wundertrainer
- Bayern-Spitze bevorzugt einen etablierten Routinier
- Louis van Gaal wird als heißer Kandidat gehandelt

·Heiße Aktien an
der Gerüchtebörse
Bietet Manchester United
70 Millionen für Ribery?
·HSV & Hertha spielen
für Bayern München
1:1-Remis zwischen Top-
Teams hilft Süddeutschen
·Tabelle: Deutsche Bundesliga 2011/12
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und Ergebnisse der Runde
Wer der neue deutsche Meister wird, mag interessant sein, aber fast noch größere Aufmerksamkeit schenken die Sportmedien unseres Nachbarlandes derzeit der Trainersuche des FC Bayern München. Nach dem Rauswurf von Jürgen Klinsmann soll Jupp Heynckes dem Rekordmeister dazu verhelfen, Tabellenführer Wolfsburg noch abzufangen und den 22. Meistertitel an die Säbener Straße zu holen. Doch Heynckes hat sich nur interimistisch verpflichten lassen. Er wurde von seinem Spezi Uli Hoeneß geholt, um Bayerns Minimalziel, einen Champions-League-Startplatz, zu retten. Wer mit Beginn der kommenden Saison als Bayern-Trainer fungieren wird, ist vorerst offen.
Natürlich gibt es zahlreiche Beispiele, dass ein erfolgreicher Retter im Anschluss an seine Mission mit einem langfristigen Vertrag gehalten wird. Aber sollte Heynckes doch nicht zur Verfügung stehen, gibt es eine Menge Kandidaten an der Gerüchtebörse.
Zum Siegen verdammt
Die Zeit der Experimente ist vorbei. Die Bayern-Führung hat erkannt, dass der Rekordmeister zum Siegen verdammt ist. Der schnelle Erfolg muss her, ein Jahr ohne Champions League kann sich der Verein nicht leisten. Der UEFA-Cup ist für einen Klub mit den Ansprüchen der Bayern zu wenig. Deshalb setzt die Vereinsspitze diesmal lieber auf einen bewährten Mann. Doch diese Leute sind derzeit schwer zu bekommen.
"Wenn man sich in Europa den Trend anschaut, dann muss man im Moment feststellen, dass er zu erfahrenen Trainerpersönlichkeiten geht, die auch zum Teil schon in etwas gesetzterem Alter sind", hatte schon der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Interview der "Welt am Sonntag" die Präferenzen bei den europäischen Spitzenklubs erkannt. Das Experiment mit dem "bestbezahlten Praktikant der Welt" ist ja gescheitert, also wollen auch die Bayern diesmal einen alten Trainerfuchs.
Louis van Gaal ist Favorit
"Martin Jol würde gut passen", empfiehlt Ex-Bayern-Spieler Thomas Helmer gleich einmal den Coach eines direkten Liga-Konkurrenten. Der Niederländer betreut den Hamburger SV sehr erfolgreich. Auch ein anderer Holländer mit äußerst prominentem Namen wird als heiße Aktie gehandelt: Louis van Gaal gewann gerade mit Alkmaar die niederländische Meisterschaft. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hält van Gaal für einen sehr guten Trainer: "Das hat er schon öfter bewiesen - bei Hollands Nationalteam, beim FC Barcelona oder Ajax Amsterdam". Doch der Holländer hat einen gültigen Vertrag. Bei Alkmaar möchte man in der kommenden Saison nicht auf seinen Meistermacher verzichten und ziert sich deshalb.
Ein Mann mit Erfahrung und Erfolg muss her. Damit sinken die Chancen eines Lothar Matthäus gegen null. Er steht wieder einmal nach nur einer Saison bei einem Verein vor dem Abgang diesmal beim israelischen Klub Maccabi Netanya und sieht sich deshalb nach einem neuen Arbeitgeber um. Auch der Name Oliver Kahn kursiert eher spaßeshalber an den Gerüchtebörsen. Konkretere Chancen kann sich da der Belgier Erik Gerets ausrechnen. Der 55-Jährige verfügt über die nötige Routine und hat Erfahrung mit der deutschen Bundesliga. Er betreute bereits Kaiserslautern und Wolfsburg. Außerdem hat er sein Engagement bei Olympique Marseille beendet, er wäre also zu haben.
An ganz große Namen wie Rijkaard oder Mourinho glaubt im Bayern-Umfeld niemand. Auch ein Guus Hiddink gab sich im Premiere-Interview gegenüber Franz Beckenbauers scherzhaftem Angebot zwar geschmeichelt, verwies aber auf seine zahlreichen anderen Engagements, bei denen er mit russischem Gold aufgewogen wird.
(red)
