"Ground Zero" im Bernabeu-Stadion:
Real-Fans fordern radikalen Neubeginn
- Demütigung durch Erzrivale Barca riss tiefe Wunden
- Ex-Vereinschef Perez soll die "Königlichen" retten
·Barcelona kann den Sekt schon einkühlen
6:2-Kantersieg gegen ewigen Erzrivalen Real!
·Tabelle: Primera Division 2011/2012
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Das historische 2:6-Debakel von Real Madrid gegen den FC Barcelona bedeutet für den spanischen Fußball-Meister das Ende einer Ära. Die "Königlichen" werden nach den Meisterschaften 2007 und 2008 in dieser Saison mit ziemlicher Sicherheit ohne Titel bleiben. Doch damit nicht genug: Die Demütigung durch den Erzrivalen riss bei den Madrilenen derart tiefe Wunden, dass die Fans einen radikalen Neubeginn fordern.
"El Mundo" verglich die Lage beim Rekordmeister gar mit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York. "Bernabeu-Stadion: Ground Zero", titelte die Zeitung. Nach Ansicht der Madrider Presse gibt es nur einen Mann, der den Aufbau eines neuen Teams bewerkstelligen kann: Florentino Perez, der einst als Clubchef Stars wie Luis Figo, Zinedine Zidane, Ronaldo oder David Beckham nach Madrid geholt hatte.
Vom Begründer des Teams der "Galaktischen" erwartet man nun wahre Wunderdinge. Die Sportpresse berichtet seit Wochen über die angeblichen Pläne von Perez, als wäre der Bauunternehmer schon jetzt ein virtueller Vereinspräsident. Dabei hat der Konzernchef bisher kein Wort dazu gesagt, ob er bei der Wahl im Juni überhaupt für den Posten des Clubchefs kandidieren wird. Wenn Perez antritt, gilt sein Sieg als sicher. "Marca" und "As" meldeten, kommende Woche wolle er seine Kandidatur bekanntgeben.
Ronaldo, Kaka und Fabregas sollen kommen
Die Madrider Sportblätter glauben auch zu wissen, welche Fußballer das Gerüst der neuen Real-Elf bilden sollen. Dies sollen keine Geringeren als die Weltstars Cristiano Ronaldo (Manchester United), Kaka (AC Milan), Cesc Fabregas (Arsenal) und Xabi Alonso (Liverpool) sein. Vom aktuellen Kader soll ein großer Teil der Profis verkauft werden, heißt es. Nur ganz wenige Spieler wie Iker Casillas, Pepe, Sergio Ramos oder Gonzalo Higuaín könnten sicher sein, auch in der kommenden Saison das Real-Trikot zu tragen.
Reals voriger Präsident Ramon Calderon hatte bis zu seinem Rücktritt im Jänner in zweieinhalb Jahren mehr als 300 Mio. Euro für neue Spieler ausgegeben. Kaum eine der Neuverpflichtungen überzeugte. Nun sollen für den Neuaufbau nach Presseberichten weitere 250 Mio. Euro veranschlagt werden. Woher das Geld kommen soll, weiß niemand zu sagen. "Reals Finanzen sind ein Mysterium, das so unergründbar ist wie die Heilige Dreifaltigkeit", meint "Marca"-Chefredakteur Eduardo Inda. "Manche sagen, Real schwimme im Geld, andere behaupten, es sei kein Cent in der Kasse."
(apa/red)
