Donnerstag, 7. Mai 2009

Werder bezwingt HSV in Auswärts-Krimi:
3:2-Sieg sichert das erste UEFA-Cup-Finale

  • Wermutstropfen: Antreiber Diego für Finale gesperrt
  • Zwei Treffer von Olic reichten Hamburgern nicht aus

Werder Bremen steht zum ersten Mal im Finale des UEFA-Cups. Der Club von Sebastian Prödl und Martin Harnik feierte am Donnerstag beim Hamburger SV im Halbfinal-Rückspiel trotz zweier Treffer von HSV-Stürmer Olic einen 3:2-(1:1)-Erfolg und schaffte nach dem 0:1 im Hinspiel vergangener Woche noch die Trendwende.

Diego (29.), Pizarro (66.) und Baumann (83.) schossen die Bremer im Nordderby ins Endspiel von Istanbul, wo man am 20. Mai auf Schachtjor Donezk trifft, das zuvor seinen ukrainischen Rivalen Dynamo Kiew mit einem 2:1-Erfolg ausgeschaltet hatte. Auch Prödl, der ab der 54. Minute spielte, trug seinen Teil zum historischen Erfolg bei, Harnik saß auf der Bank.

Das große Drama aus Sicht der Bremer, die im vierten Anlauf endlich das Endspiel erreichten, ist freilich die Sperre von Diego, "Herz und Hirn" der Elf von Thomas Schaaf. Der gelb-belastete brasilianische Wirbelwind wurde vom pedantischen belgischen Schiedsrichter De Bleeckere nach einem Disput mit seinem Landsmann Alex Silva verwarnt und fehlt damit gegen Donezk. Wie wichtig Diego, der mit Juventus Turin in Verbindung gebracht wird, für Werder ist, zeigte er auch vor 51.000 Zuschauern in der Nordbank-Arena.

Rassiger Schlagabtausch mit Derby-Charakter
Eigentlich schien bereits in der 11. bzw. 12. Minute eine kleine Vorentscheidung zugunsten der Hamburger gefallen. Vor dem HSV-Tor vergab erst Bremen-Stürmer Pizarro per Kopf eine erstklassige Chance, im Gegenzug schoss Olic zum 1:0 für die Gastgeber ein (13.). Doch das spielerisch stärkere Bremen schlug zurück. Und es war just Diego, der nach einem Doppelpass mit Pizarro HSV-Goalie Rost gefühlvoll zum Ausgleich überhob (29.).

Bremen blieb bemüht, der rassige Schlagabtausch mit echtem Derby-Charakter offen. Auch nach dem Seitenwechsel kamen beide Teams zu ihren Chancen, nicht nur Rost, sondern auch Bremen-Schlussmann Wiese musste mehrmals eingreifen. In der 54. Minute kam Prödl für den angeschlagenen Mertesacker, er durfte das erlösende 2:1 durch Pizarro (66.) bereits am Feld bejubeln. Das vorentscheidende 3:1 erzielte schließlich Werder-Kapitän Frank Baumann per Kopf (83.). Der Anschlusstreffer durch Olic (87.), an dem Prödl keine Schuld traf, sorgte zwar noch noch für hochspannende Schlussminuten, kam aber zu spät.
(apa/red)

7.5.2009 22:54