Montag, 4. Mai 2009

Große Depression bei der Kärntner Austria:
Desolate Vorstellung gegen die roten Bullen

  • Frenkie Schinkels verordnet sich einen Maulkorb
  • Mair: "Besser, wenn wir die Lizenz nicht bekommen"

Der Leistungsunterschied war frappant. Während sich Salzburg beim 6:0-Erfolg gegen Kärnten in meisterlicher Form präsentierte, bot der Gegner vor allem in der zweiten Hälfte ein jämmerliches Schauspiel. Kärnten, in der Tabellenmitte einzementiert, scheint in eine Agonie verfallen, die die "Bullen" in der 32. Runde der Fußball-Bundesliga dafür nützten, sich schon in Stimmung für eine mögliche Meisterfeier zu bringen. Denn der Titel ist der Adriaanse-Elf vier Runden vor Saisonschluss kaum mehr zu nehmen.

Äußerst verbittert zeigte sich Kärntens Ex-Salzburger Wolfgang Mair. "Nach diesem Spiel ist es besser, wenn wir die Lizenz nicht bekommen", lautete die provokante Ansage des Stürmers, der klarstellte: "Die Spieler sind nicht mehr bei der Sache."

Den Vorstand forderte er auf, "endlich Nägel mit Köpfen" zu machen: "Er soll endlich eine Mannschaft für die nächste Saison zusammenstellen. Es heißt immer, es ist alles super und bestens, aber dann bekommen wir die Lizenz nicht", monierte Mair und bedauerte auch die Fans: "Die Leute laufen uns alle weg, das Stadion ist fast leer. Wir schaffen es nicht, die Fans zu begeistern."

Schinkels verordnet sich Maulkorb
Die verweigerte Lizenz für die kommende Saison und der bevorstehende personelle Aderlass nagen freilich nicht nur an Mair. "Wir haben 15 auslaufende Verträge, das ist schwierig", meinte etwa Trainer Frenkie Schinkels, der sich bis Saisonende ein Interviewverbot auferlegte - beim redseligen Austro-Niederländer ein starkes Signal.

Seinem Landsmann und Salzburg-Trainer Co Adriaanse streute Schinkels Rosen. "Man muss ihm für den Offensiv-Fußball gratulieren, den er nach Österreich mitgebracht hat. Es ist schön anzuschauen, wenn man nicht Gegner ist." Die Situation beim Club sei "beschissen, weil es auch wichtig wäre, für die kommende Saison für die Fans etwas zu tun, dass diese zum Beispiel Abos kaufen." Welchen Grund die Schlappe zumindest nicht hatte, wusste Mittelfeldakteur Marco Salvatore: "Wir sind aus Spargründen heute erst mit dem Bus angereist, aber wir hätten auch dann verloren, wenn wir gestern angereist wären."

Janko gut unterwegs
Aufseiten der Hausherren herrschte naturgemäß eitel Wonne. "Bis jetzt ist es ein Märchen, ich hoffe, dieses Märchen geht weiter", schwärmte etwa Stürmer Marc Janko, der zweimal einnetzte, damit seinen sechsten Saison-Doppelpack erzielte und mit insgesamt 37 Saisontreffern nur noch 4 Tore von der Krankl-Bestmarke der Saison 1977/78 entfernt ist - Krankl hatte nach 32 Runden "nur" 35 Treffer auf dem Konto. "Aber ich betone noch einmal, die Meisterschaft und die Mannschaft ist für mich das Wichtigste, erst dann kommt der Goldene Schuh und der Krankl-Rekord", so Janko.

"Das 2:0 hat uns für die zweite Hälfte befreit, wir wollten heute unbedingt gewinnen, um nächste Woche den Sack gegen Rapid zuzumachen", sagte Routinier Rene Aufhauser. "Wir freuen uns auf einen heißen Tanz im ausverkauften Hanappi-Stadion." Und der Slowake Vladimir Janocko, der eine gute Vorstellung mit zwei Toren und seinem insgesamt vierten Bundesliga-Doppelpack krönte, freute sich: "Ich habe heute bewiesen, dass ich das Fußballspielen nicht verlernt habe."

In der laufenden Liga-Saison fielen bisher insgesamt 505 Tore. Damit fehlen auf den ewigen Zehnerliga-Rekord 1980/81 nur noch vier Treffer.

(apa/red)

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4.5.2009 10:11
sidestep, 04. 05. '09 12:33
Lieber mit einem Pink und anderen Nachwuchspilern...
... 6:0 verlieren wie mit so charakterlosen Stümpern wie Weber, Ortlechner, Junuzovic und wie sie sonst noch alle heißen (von solche Leuten muss man sich den Namen nicht merken)! Hinweg mit diesen Arbeitsverweigern die offensichtlich darauf aus sind, das Publikum um sein sauer verdientes Eintrittsgeld zu betrügen und ihren Fuß bei einem Pressball zurückziehen, weil sie sich nicht mehr verletzten wollen vor dem Vereinswechsel. Ich verstehe Schinkels nicht, warum er nicht einen Jagne spielen läßt. Schlimmer kanns bei dem auch nicht sein.