Sonntag, 10. Mai 2009

Plätze drei und vier in Barcelona: Red Bull Racing weiter zweite Kraft in der Formel 1

  • Vettel: "Es wäre viel mehr drinnen gewesen"
  • Deutscher hing zu lange hinter Massas Ferrari fest

Red Bull Racing bliebt die zweite Kraft der Formel-1-WM 2009. Der Rennstall von Konzernchef Dietrich Mateschitz hat sich auch beim Europa-Saisondebüt in Spanien als erster Verfolger des dominanten BrawnGP-Teams etabliert. Der Australier Mark Webber und der Deutsche Sebastian Vettel belegten im von viel Taktik und wenig Action geprägten Rennen die Ränge drei und vier. In der WM ist Vettel Dritter und Webber Vierter, RBR nimmt in der Konstrukteurswertung Platz zwei ein.

Vor allem für Vettel wäre auf dem Circuit de Catalunya deutlich mehr möglich gewesen, doch der 21-Jährige fiel beim vor allem in diesem Rennen so vorentscheidenden Start vom zweiten auf den vierten Platz zurück. "Der Start war nicht sehr erfolgreich. Dass ich als Vierter in die erste Kurve gekommen bin, war ein großer Nachteil", analysierte Vettel den Rennauftakt, bei dem er Rubens Barrichello (BrawnGP) und Felipe Massa (Ferrari) passieren lassen musste, kurz und bündig.

Einen genauen Grund für seinen schwachen Start konnte Vettel nicht angeben. Danach war der Rennverlauf für den Jungstar auf jeden Fall frustrierend, denn Vettel hing hinter Massa fest. "Es war sehr frustrierend, immer hinter dem roten Auto herzufahren. Es wäre viel mehr drinnen gewesen. Wir hätten schnell sein können. Aber hätte und wäre zählt nicht", ärgerte sich Vettel, denn punkto Speed hätte er an diesem Tag eventuell sogar mit BrawnGP mithalten können.

KERS machte Vettel Leben schwer
Bei den Überholversuchen Vettels kam Massa das von Ferrari benutzte Energierückgewinnungssystems KERS zugute. Erst als sich bei Massa Benzinarmut bemerkbar machte und der Brasilianer etwas vom Gas gehen musste, konnte Vettel vorbei und richtig Gas geben.

Webber drückte die plötzlich stark veränderte Erwartungshaltung - auch innerhalb des Teams - treffend aus: "Es ist interessant, wie sich die Mentalität des Teams verändert hat. Vergangenes Jahr waren wir happy, wenn wir Punkte geholt haben. Jetzt wollen wir in jedem Rennen aufs Podium. Wir arbeiten unglaublich hart und den Jungs (Mechanikern und Teammitgliedern, Anm.) fallen schon die Augen aus dem Kopf, weil sie kaum schlafen."

Das RBR-Schwesternteam Toro Rosso erlebte einen sehr kurzen und schmerzvollen Grand Prix von Spanien. Das Fahrerduo Sebastian Bourdais und Sebastien Buemi war gleich in der zweiten Kurve in einen Crash verwickelt und fabrizierte einen Doppel-Ausfall. "Wenn man am Ende des Feldes startet, dann ist das Risiko einer Involvierung in einen Unfall immer größer", erklärte Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost.

(apa/red)

10.5.2009 18:30
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts