Sonntag, 10. Mai 2009

Toyota droht mit Abschied aus Formel 1: Stunk wegen umstrittener Budgetobergrenze

  • "Viele Dinge, die noch klargestellt werden müssen"

Der Formel 1 könnte nach Honda der nächste große Name abhandenkommen, nämlich Toyota. "Wenn sich nichts ändert, werden wir keine Nennung abgeben. Nach heutigem Stand ist dies ausgeschlossen", meinte Toyotas Motorsport-Präsident John Howett am Rande des Grand-Prix-Wochenendes in Spanien. Toyota zählt zu den härtesten Kritikern des Plans des Internationalen Automobilverbands FIA, ab 2010 eine Budgetobergrenze von 40 Mio. Pfund (44,9 Mio. Euro) für alle Teams einzuführen.

"Aber ich glaube nicht, dass wir mit dieser Ansicht alleine dastehen", meinte Howett, der Vize-Chef der Teamvereinigung FOTA ist. Angeführt wird die FOTA von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der sich ebenfalls bereits deutlich gegen die FIA-Budget-Pläne ausgesprochen hatte. Montezemolo warnte - so wie mittlerweile viele andere Betroffene auch - vor einer Zweiklassengesellschaft und bezeichnete die Pläne als "fundamental unfair".

Die Nennfrist für die Saison 2010 läuft am 29. Mai ab. Gemäß FIA sollen die Teams bis zu diesem Zeitpunkt auch bereits bekanntgeben, ob sie sich an die Etatgrenze halten werden oder nicht.

Freiheiten für Limitierung
Die FIA will die Budgetlimitierung einführen, um die Formel 1 für neue Teams interessant zu machen und das Feld auf 13 Mannschaften aufzustocken. Alle Teams, die sich an die Grenze halten, werden mit großen technischen Freiheiten belohnt. Diese bleiben jenen verwehrt, die mit einem Budget oberhalb dieses Betrags operieren.

Toyotas Howett, dessen Team aktuell ein kolportiertes Budget von rund 220 Mio. Euro hat, fordert faire Verhältnisse. "Es geht hier auch um den Stellenwert der Formel 1. Eine Zweiklassengesellschaft ist nicht die richtige Richtung", so Howett, für den klar ist, dass die Autos der Teams mit Budgets unter 40 Mio. Pfund deutlich schneller wären.

Howett ist sich sicher, dass noch nicht aller Tage Abend ist. "Beim Lesen der Regeln schließen wir, dass noch ein Verfeinerungsprozess kommen muss. Und der ist noch nicht erfolgt. Es gibt da sehr viele Dinge, die noch klargestellt werden müssen, bevor wir nennen."

Darauf verlassen, dass sich die Sache zu aller Zufriedenheit lösen wird, tut sich Howett aber nicht. "Das ist außerhalb unserer Kontrolle. Ich dachte, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzen wird. Aber ich werde immer pessimistischer."

(apa/red)

10.5.2009 13:26
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