Die Königsklasse des Motorsports muss
sparen: Aber wann, wie und wie viel?
- Zeit drängt. Logistische Probleme für Ferrari & Co.
- Sparkurs: Interessenten für Einstieg in Formel 1
Die Formel 1 muss sparen, in diesem Punkt sind sich alle Beteiligten einig. Die Frage ist nur, ab wann, wie und wie viel. Die FIA, der Internationale Automobilverband, hat bereits ab 2010 eine Budgetobergrenze für alle Teams von 40 Mio. Pfund (45,2 Mio. Euro) ins Auge gefasst, die Teamvereinigung FOTA hält dies vor allem aufgrund des kurzen Zeitrahmens größtenteils für unrealistisch und zeigt sich daher wenig begeistert.
Die Zeit drängt aber, schließlich läuft die FIA-Frist für die Nennung für die WM 2010 von 22. bis 29. Mai. Und zu diesem Zeitpunkt soll bereits feststehen, welche Mannschaften sich der Etatgrenze unterwerfen und welche nicht. Nicht in den 40 Mio. Pfund inbegriffen sind u.a. Fahrergehälter und Marketingausgaben. Alle die sich daran halten, sollen weitreichende technische Freiheiten in vielen Entwicklungsbereichen (Motoren ohne Drehzahllimit etc.) erhalten. Den anderen Rennställen würden diese Vorteile verwehrt bleiben.
Mit den neuen finanziellen Rahmenbedingungen soll die Formel 1 auch für neue Teams interessant gemacht werden. Und in der Gerüchteküche rund um den Circuit de Catalunya sind auch bereits zahlreiche Namen aufgetaucht, die sich im Falle einer Budgetobergrenze einen Einstieg vorstellen könnten. Unter anderem werden da der Sportwagenbauer Lola, USF1, einige aktuelle GP2- und Formel-Renault-Teams, Super Aguri sowie Prodrive von David Richards ins Spiel gebracht. 2010 soll die Formel 1 auf bis zu 13 Teams aufgestockt werden.
Ross Brawn, der derzeit mit seinem Rennstall BrawnGP sensationell die WM dominiert, stellt sich prinzipiell hinter das Budgetlimit. Denn ansonsten sieht Brawn angesichts des Detailwahnsinns in der Formel 1 die Gefahr, "dass wir immer mehr zu Schweizer Uhrmachern werden".
Allerdings dürfe die Budgetobergrenze keine Zweiklassengesellschaft, sprich differente Regeln für die Teams zur Folge haben. "Wir wollen keine Zweiklassen-Formel-1-sehen. Wir glauben, das würde die Öffentlichkeit verwirren", stellte Brawn in Spanien klar.
Für Riesenteams wie Ferrari, McLaren, BMW oder Toyota mit Budgets von bis zu 300 Mio. Euro ist eine derartige Budgetreduzierung in so kurzer Zeit praktisch nicht zu bewerkstelligen. Das weiß auch der Österreicher Franz Tost, der als Teamchef von Toro Rosso eigentlich der Truppe der kleineren Teams angehört.
"Teams wie Ferrari oder Toyota haben in ihren Werken teilweise 1.000 Menschen, die sich nur mit der Formel 1 beschäftigen. Wie sollen die denn innerhalb so kurzer Zeit 500, 600 Mitarbeiter entlassen? Das geht ja allein gesetzlich gar nicht", merkte der Tiroler an.
(apa/red)

