Donnerstag, 7. Mai 2009

Akute Stress-Gefahr bei Christian Klien:
Auf Abruf bereit für F1-Einsatz in Montmelo

  • Österreicher startet bei der Le-Mans-Serie in Spa
  • Falls BMW-Pilot ausfällt, muss er nach Spanien rasen

Christian Klien könnte ein stressiges Wochenende bevorstehen. Der Vorarlberger tritt in Spa-Francorchamps beim Rennen der Le-Mans-Serie für das französische Team Peugeot-Total an, müsste aber im Fall der Fälle als Ersatzfahrer von BMW-Sauber in Windeseile zur Formel 1 nach Montmelo bei Barcelona reisen.

Mit Alexander Wurz im zweiten Peugeot-Total-Team tritt in Spa ein zweiter Österreicher in der Hauptklasse Prototyp-LM-P1 an. In der Prototyp-LM-P2 steigt Philipp Peter fürs schweizerische G.A.C.-Racing-Team in einen Zytek 07S, in der Grand-Tourisme-Klasse sind u.a. das österreichische Jetalliance-Team mit Lukas Lichtner-Hoyer (AUT), Thomas Gruber (AUT) und Alex Müller (GER) in einem Aston Martin sowie Richard Lietz in der deutschen Felbermayr-Proton-Mannschaft mit einem Porsche 997 am Start.

In ständiger Abreisebereitschaft
Klien darf in Spa nur unter der Bedingung starten (Sonntag 12.50 Uhr über 143 Runden bzw. 1.000 km), im Notfall schnellst möglich in Spanien bereit zu stehen, falls einer der Stammfahrer Robert Kubica und Nick Heidfeld nicht starten könnte. Klien ist deshalb in ständiger Abreisebereitschaft. Der lokale Flughafen in Spa ist sieben Kilometer von der Rennstrecke entfernt, von dort wären dann rund 1.000 Flugkilometer nach Barcelona zu absolvieren und dann müsste noch der rund 30 Kilometer lange Weg vom Flughafen zur Strecke in Montmelo zurückgelegt werden.

"Für den Fall der Fälle ist vorgesorgt", glaubt Klien, für den die kritische Phase am Samstag um 14.00 Uhr endet. Denn sobald in der Formel 1 ein Qualifying gestartet ist, darf gemäß Reglement kein Ersatzfahrer mehr einspringen. Als Belastung sieht Klien die Situation nicht. "Als Rennfahrer bist du es gewohnt, auf die Sekunde genau deine Leistung zu bringen. Dieses Doppel-Szenario belastet mich weder physisch noch psychisch."

Klien wird gemeinsam mit den Franzosen Nicolas Minassian und Simon Pagenaud ein Team bilden, im Peugeot-908-Schwesternauto werden neben Wurz der Spanier Marc Gene und der Brite David Brabham, jüngster Sohn von Ex-Weltmeister Sir Jack Brabham, Platz nehmen.

Für den Europa-Auftakt der Formel 1 in Spanien erwartet Klien traditionell schwierige Bedingungen fürs Überholen. "Barcelona ist nach Monaco und Budapest jener Kurs, auf dem es am schwierigsten ist, einen Konkurrenten zu überholen. In manchen Jahren stand hier das Endergebnis schon nach der ersten Kurve fest", weiß der 26-Jährige.

(apa/red)

7.5.2009 13:51
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