Kimi & Felipe setzen ihr Fahrzeug auf Diät:
Abgespeckter Bolide soll Ferrari aufhelfen
- Runderneuerter Wagen um mehr als 20 kg leichter
- Ecclestone möchte auf Ferrari-Team nicht verzichten
·Mosley feuert eine
Salve auf Ferrari ab
FIA-Boss bleibt im Streit
um Budgetgrenze hart
·FIA lässt Gnade
vor Recht ergehen
Mildes Urteil für "Lügner-
Team" McLaren-Mercedes

Nach dem punktemäßig schlechtesten Formel-1-Saisonstart seit 1981 probiert es Ferrari mit einem Leichtgewichts-Boliden "made in Maranello". Frei nach dem Motto - mit einem leichteren Auto leichter zu WM-Punkten - soll nun die Trendwende geschafft werden, hat doch die legendäre Scuderia nach 4 von 17 Saisonrennen nur gerade einmal drei Punkte auf dem Konto. "Im Werk in Maranello gehen die Lichter nicht mehr aus, wir arbeiten rund um die Uhr, um den Rückstand aufzuholen", betonte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. F1-Boss Bernie Ecclestone stellte sich einstweilen im Streit zwischen Ferrari und FIA-Präsident Max Mosley hinter die Italiener.
Ferraris neuester Hoffnungsträger heißt F60B. Es handelt sich dabei um die Weiterentwicklung des aktuellen roten Boliden F60, der rund 20 bis 25 kg leichter gemacht bzw. gebaut wurde, damit das Bremsenergie-Rückgewinnungssystem KERS (rund 40 kg) nicht mehr so ins Gewicht fällt.
Der spanische Testpilot Marc Gene hat den Boliden in Vairano bei Mailand bereits getestet. Allerdings durfte er dort nur sogenannte Geradeaus-Testfahrten unternehmen, weil herkömmliche Tests während der Saison verboten sind. Der F60B soll aber trotzdem bereits beim Europa-Auftakt der Formel 1 ab Freitag im Montmelo bei Barcelona zum Einsatz kommen.
"Ferrari nicht kaputtmachen"
Bernie Ecclestone will nicht zulassen, dass Ferrari im Streit um die optionale Budgetobergrenze "kaputt gemacht" wird. "Das werde ich nicht geschehen lassen", wurde der britische Rechte-Mitinhaber von der Londoner Tageszeitung "Times" zitiert. Zuvor war es zu heftigen Wortgefechten via Briefen und Interviews zwischen Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und dem Chef des Internationalen Automobilverbandes (FIA), Max Mosley, wegen des Etatlimits für 2010 gekommen.
"Man sollte Max niemals in einer Position lassen, in der eine Debatte oder eine Diskussion starten kann", meinte Ecclestone über seinen englischen Landsmann Mosley, der in einem Zeitungsinterview gesagt hatte, die Formel 1 könne auch ohne Ferrari überleben. Gleichzeitig sagte Ecclestone, dass der FIA-Boss auch clever sei. "Selbst wenn man gewinnt, ist es, als ob Sie im Publikum sitzen und ich das Mikrofon habe. Sie sagen etwas Kluges und ich gebe Ihnen nicht das Mikro - so einfach ist das", erklärte Ecclestone.
Der Brite geht davon aus, dass noch eine einvernehmliche Lösung im Fall der von der FIA auf 40 Millionen Pfund (44,8 Mio. Euro) veranschlagten Budgetgrenze gefunden wird. Es gebe Bedenken wegen der Summe und auch wegen des heftig kritisierten Zweiklassen-Systems. Rennställen, die sich an das Ausgabenlimit halten, werden nicht unbedeutende technische Vorteile gewährt. Es seien keine "monumentalen" Dinge auszuräumen, meinte Ecclestone und zeigte sich sicher, dass auch Ferrari zur Zustimmung einer Obergrenze unter einem einheitlichen Regelsatz bewegt werden kann.
Anhebung des Limits
Das Limit könnte demnach angehoben werden. Die "Times" spekulierte mit 60 Millionen Pfund (67,2 Mio. Euro). Bis 2012 könnte das gedeckelte Budget, das neue Teams anlocken und die bereits teilnehmenden halten soll, dann etappenweise auf 45 Millionen Euro abgesenkt werden. Im Vorfeld des Grand Prix von Spanien (Sonntag, Start: 14.00 Uhr) wird die Teamvereinigung FOTA am Mittwoch in Montmelo bei Barcelona das Thema diskutieren.
(apa/red)
