Mit voller Offensive ins Flüchtlingsdrama:
Eine Million Pakistani fliehen vor der Gewalt
- Massenexodus durch Militär-Angriffe gegen Taliban
- Ziel der Offensive: Die Wiederherstellung der Ehre
·Obama besorgt über die Lage in Pakistan
Präsident mit ersten 100 Tagen Amtszeit zufrieden
·Unruhen in Karachi fordern mehrere Tote
Ethnisch motivierte Konflikte in Pakistan

Die Offensive gegen die Taliban hat im Nordwesten des Landes hat nach Angaben der Vereinten Nationen zu einem Massenexodus geführt. 500.000 Menschen seien in den vergangenen Tagen geflohen, die Zahl der Flüchtlinge in dem Gebiet sei damit seit August auf eine Million gestiegen, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk. 200.000 Menschen seien in sicheren Gebieten angelangt, 300.000 noch auf der Flucht.
Pakistan verstärkte seine Angriffe gegen Aufständische im an Afghanistan grenzenden Swat-Tal weiter und verhängt eine Ausgangssperre für die Region. Die Luftwaffe bombardierte in mehreren Ortschaften mutmaßliche Verstecke von Taliban-Milizen.
Bei den Kämpfen seien bis zu zwölf Extremisten getötet worden, teilte ein Militärsprecher mit. Kampfhubschrauber hätten zwei Verstecke der Taliban zerstört. Am Vortag seien 55 Extremisten getötet worden. "Wir haben die bewaffneten Truppen angewiesen, die islamistischen Kämpfer und Terroristen auszulöschen", sagte der pakistanische Regierungschef Yousuf Raza Gilani in einer Rede an die Nation.
Ziel: Wiederherstellung der Ehre
Ziel sei die Wiederherstellung der "Ehre und Würde unseres Heimatlands". Präsident Asif Ali Zardari sagte während seines Besuchs in Washington, der Militäreinsatz im Swat-Tal werde so lange andauern, bis wieder "Normalität" herrsche. Um den Truppenaufmarsch zu erleichtern, verhängte die Armee nach Angaben eines Sprechers eine unbegrenzte Ausgangssperre vom Bezirk Malakand bis ins Swat-Tal.
Die Ausgangssperre dürfte die Möglichkeiten für Zivilisten weiter einschränken, aus dem Kampfgebiet zu fliehen. Augenzeugen bezichtigen sowohl die Armee als auch die Taliban, bei ihren Angriffen auch wahllos Zivilisten zu töten.
(apa/red)
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