Bei Infektionsverdacht bitte dreimal hupen:
Angst vor Grippevirus treibt seltsame Blüten
- Massenschlachtungen, gestrichene Flüge und Scanner
- Die weltweit schrägsten Auswüchse der Virenhysterie
Ihre MEINUNG: Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?
·Bei Infektionsgefahr bitte dreimal hupen
Angst vor Grippe nimmt seltsame Formen an
·Wird die Epidemie
doch zur Pandemie?
WHO zieht die höchste Warnstufe in Erwägung
·Die sechs Epidemie-
Warnstufen der WHO
Stufe sechs wäre ein globaler Grippe-Ausbruch
·Grippe: Patientin aus dem Spital entlassen
Von der Frau geht keine Ansteckungsgefahr aus
·10 wichtige Fragen zur Schweinegrippe
Wie gefährlich es ist
und wie man sich schützt

In Mexiko kündigt man bereits die Rückkehr zur Normalität an, doch die Angst vor der Schweinegrippe wächst ständig und nimmt mitunter seltsame Formen an: In Neuseeland raten die Behörden bei Grippeverdacht dreimal zu hupen und im Auto sitzen zu bleiben. In Ägypten kam es zu Massenschlachtungen von Schweinen und in Frankreich weigerten sich Flughafenmitarbeiter das Gepäck von mexikanischen Passagieren anzufassen.
Die Hysterie vor dem Grippe-Virus führte in vielen Ländern zu verschärften Maßnahmen mit teilweise skurrilen Auswüchsen:
Bitte dreimal hupen
Bitte bei Grippeverdacht dreimal hupen und vor der Klinik im Auto warten - das ist der neueste Rat der neuseeländischen Gesundheitsbehörden. Ärzte und Krankenschwestern sollen so genügend Zeit haben, sich vor einer Ansteckung zu schützen, ehe sie den Patienten auf eine Quarantänestation begleiten. Der Vorschlag stamme aus einem neuen "Grippe-Management-Protokoll".
Platzverbot wegen Nies-Attacke
Der südamerikanische Fußball-Verband CONMEBOL hat den Mexikaner Hector Reynoso wegen einer simulierten Spuck- und Nies-Attacke für den Rest des Turniers gesperrt. Der Verteidiger vom Verein Chivas aus Guadalajara hatte seinem Gegenspieler Sebastian Penco gestenreich die Ansteckung mit dem Schweinegrippe-Virus angedroht.
Grippe gefährdet diplomatische Beziehungen
Für diplomatische Verstimmungen sorgte die Schweinegrippe zwischen Spanien und Russland. Die spanische Regierung protestierte gegen die Entscheidung Moskaus, die Einfuhr von Schweinefleisch aus Spanien zu untersagen. Die russischen Behörden hatten das Importverbot damit begründet, dass Spanien aufgrund des Auftretens der Schweinegrippe ein "Risikogebiet" sei.
Verschärfte Reisebedingungen
Am Pariser Flughafen verzögerte sich der Weiterflug für hunderte Passagiere, weil sich die Angestellten weigerten das Gepäck von Reisenden aus Mexiko auszuladen.
In Bangkok und Tokio müssen sich Touristen vor der Einreise von einem thermischen Scanner untersuchen lassen.
China hat direkte Flüge aus Mexiko gestrichen, um die Möglichkeiten von Infektionen mit der Schweinegrippe einzudämmen. Auch die US-Fluggesellschaft Continental strich wegen der gesunkenen Nachfrage aufgrund der Schweinegrippe zahlreiche Flüge nach Mexiko.
Singapur führte als Maßnahme gegen Infektionen eine neue Visapflicht für Mexikaner ein. Zudem sollen Rückkehrer von Mexiko-Reisen für sieben Tage in Quarantäne geschickt werden.
Massen-Quarantäne in China
Aus Furcht vor der Schweinegrippe haben die chinesischen Behörden mehr als 70 Besucher aus Mexiko unter Quarantäne gesetzt. Dabei zeige keiner der isolierten Landsleute Symptome der Krankheit, und die meisten hätten keinen Kontakt mit infizierten Personen oder Orten gehabt, so der mexikanische Botschafter. In einem Fall haben die Angestellten eines Hotels eine Familie mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und sie in ein Krankenhaus gebracht.
Tausende Schweine erschlagen
Ägypten hat die umstrittene Massentötung von Schweinen begonnen. In Kairo wurden 28.000 Schweine zu Schlachthöfen gefahren, nach Behördenangaben wurden bereits 550 Tiere gekeult. In mehreren Orten kam es zu Ausschreitungen wütender Schweinezüchter, 14 von ihnen wurden festgenommen. (apa/red)
