Freitag, 8. Mai 2009

Steuerdebatte hält nun Einzug in der ÖVP:
Länder auf Kollisionskurs zur Bundespartei

  • Mehrere Landesgruppen sind für Spekulationssteuer
  • Finanzminister Josef Pröll: "Schluss mit der Debatte"
    IHRE MEINUNG: Was halten Sie von neuen Abgaben?

Josef Pröll hat es kommen sehen, ging dagegen vor, nur geholfen hat es nichts: Die Steuerdebatte hat nun auch die ÖVP erreicht. Mehrere Landesgruppen scheren aus der Bundes-Parteilinie aus, ignorieren das schwarze "Nein"-Mantra und denken offen über neue Abgaben nach. Vorreiter dabei ist Salzburg, wo gemeinsam mit der SPÖ ein offizieller Landtagsbeschluss initiiert wurde.

Der im Lande Mozarts eingebrachte Antrag fordert nicht nur eine europaweite Finanztransaktionssteuer, was ja noch auf Bundesparteilinie wäre, sondern auch eine Vermögenszuwachssteuer auf Aktiengewinne. Die verärgerte Reaktion aus Wien: "Politische Klugheit ist das, glaube ich, nicht", so Finanzsprecher Günter Stummvoll. Und aus dem Büro von Finanzminister Pröll hieß es zunächst lapidar "keine neuen Steuern", bis der ÖVP-Chef sich schließlich selbst zu Wort meldete: "Schluss mit der Debatte".

Salzburg macht vor - Der Rest zieht nach
Dieses eindeutige Statement ignorierend zogen auch die burgenländische und Tiroler ÖVP nach und brachten entsprechende Anträge ein. Die Vorarlberger Fraktion möchte dies im Juni nachholen. Und auch in der Oberösterreichischen ÖAAB, dem Arbeitnehmerflügel der ÖVP, wird laut über solch einen Schritt nachgedacht.

Keine "Vermögenssteuer"
Allerdings, so betonen die schwarzen Landesorganisationen, wollen sie mit dem von der SPÖ verwendeten Wort "Vermögenssteuer" nichts zu tun haben und den Mittelstand nach einer Steuerent- nicht gleich wieder belasten. Vielmehr gehe es laut Vorarlberger VP-Landeshauptmann Herbert Sausgruber darum, internationale Spekulationen einzudämmen.

Eindämmen. Nicht unbedingt die Paradedisziplin der ÖVP.

Kim Son Hoang

8.5.2009 13:43
Wilfried1931, 08. 05. '09 13:35
Die Politik ist völlig Konzeptlos
Das Erfinden ständig neuer Steuern ist das einzige dass der Politik gelingt. Wirklich vermögende haben die Möglichkeit in eine anderes Land aus zu weichen, hier hätte wohl nur eine EU weite Lösung einen Sinn. Überbleiben wird wieder mal der Mittelstand, wo bleibt eine Verwaltungreform, Pensionsreform, Bildungsreform. Immer noch wird Geld vernichtet, siehe AUA, ÖBB, Verwaltung, Lehrer usw, durch völlige Unfähigkeit politiknaher Manager. Wo ist eine wirkliche Gerechte Verteilung zwischen geschützen und ungeschützen Bereich, letztere müssen ständig Lohneinbußen in Kauf nehmen. Der Mittelstand zahlt ständig mehr mit der Aussicht überhaupt nichts mehr im Alter zurück zu bekommen, wann organsiert sich diese Schicht und läßt sich das nicht mehr gefallen, siehe Erfolg der Lehrer beim Kassieren??
Sensor, 08. 05. '09 22:06
Re: Die Politik ist völlig Konzeptlos
Stimme dem Kommentar von Wilfried völlig zu.
Zusätzlich: Da wichtige Ministerien wie auch das Finanzministerium mit Dilettanten besetzt sind, also Leuten, die etwas anderes gelernt, bzw. studiert haben, als sie für Ihre Aufgabe brauchten, fehlt es an fachlicher Kompetenz. Weiters ist die Feigheit der Politiker eine weitere Ursache für Leistungsunfähigkeit. Aus der Verwaltungsreform wird nichts, weil Wählerstimmen wichtiger sind als ein gesunder Staat: Beispielsweise könnte man durch die Auflösung des Bundesrates Millionen einsparen. Der Bundesrat ist unnötig, es handelt sich nur um ein Pfründenverteilsystem, dessen "Aktivitäten" nur aus dem geschäftigen Müßiggang der Abgeordneten besteht. Seit Jahrzenten wird die Reform oder die Auflösung diskutiert.