Freitag, 8. Mai 2009

Erdbeben erschüttert Österreichs Osten:
Menschen flüchteten in Panik auf die Straße

  • Zitternde Erde hinterließ Risse an vielen Gebäuden
  • Beben in Steiermark war bis Wien wahrzunehmen
    IHR KOMMENTAR: Haben Sie das Erdbeben gespürt?

Ein Erdbeben der Stärke 4,6 nach Richter hat den Raum Mürzzuschlag erschüttert und für einige Aufregung gesorgt. Beim Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) wurden 1.100 Meldungen registriert, so viele, wie schon lange nicht mehr. "Nicht dramatisch von der Schadenslage her, aber ein doch auffälliges Ereignis", so die Experten.

Das Beben mit dem Epizentrum bei Mürzzuschlag begann um 23.27 Uhr und dauerte - laut Aufzeichnung der Asfinag-Kamera am S6-Ganzsteintunnel - 28 Sekunden. Bewohner in Spital am Semmering, deren Bleibe in Mitleidenschaft gezogen wurde, berichteten von einem "wilden Rumpler". Bei der Polizei gingen zahlreiche Anrufe ein, besorgte Menschen verließen kurzzeitig ihre Häuser. Die Ausläufer des Bebens waren bis ins oststeirische Hartberg und bis nach Wien spürbar. Aus der Bundeshauptstadt gingen bei der ZAMG rund 100 Wahrnehmungsmeldungen ein, die meisten aus oberen Stockwerken.

Die Schäden hielten sich aber summa summarum in Grenzen: Bei der steirischen Landeswarnzentrale waren rund zwei Dutzend Schadensmeldungen aus dem Bezirk Mürzzuschlag eingegangen, durch die Bank handelte es sich dabei um Risse im Mauerwerk oder verschobene bzw. abgelöste Dachziegel.

Wie Anton Vogelmann von der Zentralanstalt gegenüber der APA sagte, ereigne sich ein Erdbeben dieser Größenordnung alle drei bis fünf Jahre in Österreich. Beim Mur- und Mürztal handle es sich um ein "klassisches Erdbebengebiet", allerdings sei es die heftigste Erdbewegung in der Region seit 1972. Heuer hatte es vergleichbare Ereignisse bereits in Trieben und in Appenzell (Schweiz) mit Schadenwirkung bis Vorarlberg gegeben.
(apa/red)

8.5.2009 14:50