Donnerstag, 7. Mai 2009

Das Gipfeltreffen der großen EU-Rebellen: NEWS-Talk mit H.-P. Martin & Gabriele Pauli

  • Allianzen vorstellbar? Politiker gehen auf Tuchfühlung
  • Pauli entdeckt viele Paralleln im Politikstil von Martin

Gabriele Pauli ist als CSU-Rebellin in Deutschland ein Medienstar: Sie ist jene Frau, die den langjährigen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber gestürzt hat. Von der CSU ist sie zu den Freien Wählern gewechselt, schaffte mit diesen bei der Landtagswahl 2008 ein fulminantes Wahlergebnis. Jetzt ist sie obendrein Spitzenkandidatin der Freien Wähler bei der bevorstehenden EU-Wahl. Mit dem österreichischen EU-Rebellen Hans-Peter Martin ist Pauli jetzt auf einen potenziellen politischen Verbündeten gestoßen, der ähnliche Werte vertritt. Im NEWS-Doppelinterview sprechen Sie nun über mögliche Kooperationen.

NEWS: Frau Pauli, warum treffen Sie jetzt im EU-Parlament Hans-Peter Martin?

Gabriele Pauli: Ich war in letzter Zeit öfter in Österreich und habe daher die Europa-Positionen von Herrn Martin kennen gelernt. Deshalb bin ich mit ihm persönlich in Kontakt getreten. Seine Informationen sind für die europapolitische Arbeit sehr hilfreich - gerade was die Verfilzung und Machtstrukturen auf allen politischen Ebenen angeht. Deshalb haben wir uns vor kurzem zwischen Salzburg und München unter weiß-blauem Himmel getroffen.

NEWS: Klingt wie O-Ton von Hans-Peter Martin. Kann aus Ihrem Treffen so etwas wie eine politische Kooperation werden?

Pauli: Zuerst einmal müssen wir die Wahlen abwarten. Die von Hans-Peter Martin recherchierten Fakten zu Europa sind für mich eine wichtige Grundlage zur Information. Inwieweit unsere Schlussfolgerungen daraus übereinstimmen, kann ich jetzt noch nicht beurteilen.

NEWS: Frau Pauli, würden Sie auch zu etwas robusteren Recherchemethoden wie etwa Knopfloch-Kameras greifen?

Pauli: Mir gefällt, wenn Fakten ans Tageslicht kommen, die sonst verborgen bleiben. Es gibt zwischen uns sicher insofern Parallelen, als wir uns durch äußere Angriffe nicht vom Kurs abbringen lassen. Ich habe selbst erlebt, was es heißt, sich nicht durch die Strukturen einer Parteiorganisation einfangen zu lassen, sondern sich selbst treu zu bleiben. Ich denke, bei Herrn Martin ist das ähnlich, aber mit einem Schuss Provokation.

Interview: Kurt Kuch

7.5.2009 16:53