Schon mehr als 20.000 Anhänger: Zeugen Jehovas jetzt offiziell vom Staat anerkannt
- Ministerium sieht alle notwendigen Kriterien erfüllt
- Folgen: Auch Religionsunterricht an Schulen möglich
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·Zeugen Jehovas teilweise umstritten
Sind in Österreich derzeit fünftgrößte Gemeinschaft
·14 Religionen in Österreich anerkannt
Katholische Kirche mit 5,6
Mio. Mitgliedern an Spitze
·Das Sektenwesen und
seine fatalen Folgen
Hunderte kamen bei Massenselbstmorden um
Die Zeugen Jehovas sind nun eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft. Das teilte der Sprecher von Kultusministerin Schmied mit. Die entsprechende Verordnung sei unterzeichnet, in ein bis zwei Tagen werde diese im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, hieß es. Die Zeugen Jehovas mit über 20.000 Anhängern kämpfen schon seit 1978 für die Anerkennung als Religionsgemeinschaft.
Die Anerkennung bringt den Zeugen Jehovas etwa den Vorteil, mit klarem Rechtsstatus offen auftreten zu können, heißt es in deren Begründung für das Ansuchen. Weiters hat die Religionsgemeinschaft zukünftig das Recht, Religionsunterricht an Schulen anzubieten. Aus organisatorischen Gründen wollen die Zeugen Jehovas davon vorerst aber keinen Gebrauch machen.
Mindestanzahl von Anhängern nötig
Im Jahr 2008 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem Erkenntnis festgehalten, dass eine Anerkennung als Religionsgemeinschaft für jede Gemeinschaft nach der Prüfung objektiver Kriterien erfolgen muss. So muss die Gruppe zunächst als religiöse Bekenntnisgemeinschaft anerkannt sein, bereits hier muss es eine Mindestanzahl von Anhängern geben.
Gemeinschaft hat alle Kriterien erfüllt
Für die Anerkennung als Religionsgemeinschaft muss die Gruppe außerdem mindestens 20 Jahre bestehen, davon zehn als Bekenntnisgemeinschaft, sowie mindestens 16.000 Mitglieder aufweisen. Auch eine "positive Grundeinstellung gegenüber Staat und Gesellschaft" ist Voraussetzung, weiters dürfen Geldmittel nur für religiöse und mildtätige Zwecke verwendet werden. All diese Faktoren werden von den Zeugen Jehovas erfüllt, hieß es seitens des Ministeriums.
Bekannt ist die nunmehrige Religionsgemeinschaft vor allem wegen ihrer stark ausgeprägten Missionstätigkeit, bei der sie von Haus zu Haus ziehen und ihre Zeitschriften "Der Wachtturm" und "Erwachet!" an den Mann bringen wollen. (apa/red)
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