Keine Hinweise auf eine Mitwisserschaft:
BKA weist Theorien im Fall Kampusch zurück
- Generalmajor Lang: "Das steht in keinem Akt"
- Scharfe Kritik von Kampusch an Informationslücken

Das Bundeskriminalamt hat die Gerüchte im Fall Natascha Kampusch über Hinweise auf Mitwisser, Komplizen von Entführer Priklopil und Erpressungs-Theorien entschieden zurückgewiesen. "Es gibt von unserer Seite überhaupt keine Hinweise, dass Natascha Kampusch erpresst wird", betonte Generalmajor Lang. "Es hat diesbezüglich auch keinerlei Kontakt mit ihr oder ihrem Anwalt gegeben."
Lang sprach sich dezidiert gegen kolportierte Hinweise auf mögliche Mitwisser und Komplizen aus: "Dem muss ich auf jeden Fall widersprechen. Das steht in keinem Akt", betonte er. Sehr wohl bestehe die Möglichkeit, dass Personen wussten, dass eine Frau bei Priklopil gewohnt habe. Daran sei nichts strafrechtlich relevantes. Das jemand wusste, dass dies Natascha Kampusch gewesen sei - dafür gebe es keinen Anhaltspunkt.
Auch gegen jenen Bekannten, der seit Monaten immer wieder im Zusammenhang mit Ermittlungen erwähnt werde, liege nichts strafbares vor. "Wir haben schon jedes Faktum, das strafrechtlich relevant ist, überprüft", so Lang. Beweise, dass er ein Mittäter gewesen sei, gebe es nicht. Die Rolle des Mannes als einziger Ansprechpartner und Freund Priklopils werde aber weiterhin, bis zum Abschluss der Ermittlungen, "mitbedacht".
Auch Kommissions-Leiter Ludwig Adamovich erklärte, dass Begriffe wie Mitwisser oder Erpressung nicht in dem zehn Seiten starken Bericht vorkommen würden. Und er übte Kritik am Innenministerium: "Es ist ein Blödsinn, dass der Bericht nicht bekanntgemacht wird, sonst wäre das alles klar."
Scharfe Kritik von Kampusch selbst
Natascha Kampusch selbst übte scharfe Kritik an dem Durchsickern von Informationen rund um ihren Fall, aber auch an der Aufklärungsarbeit der Polizei. "Es wäre interessant, den Bericht in seiner Gesamtheit zu sehen und nicht nur einzelne Sätze", hieß es aus dem Umfeld der 21-Jährigen. "Sie würde gerne den Bericht sehen und nicht auf Aussagen aus zweiter und dritter Hand reagieren." (apa/red)










