Kanzler Faymann zwischen den Fronten:
SPÖ-Präsidium berät über Vermögenssteuer
- Voves, Burgstaller und Häupl erhöhen den Druck
- VP-Klubchef macht klar: Kein Verhandlungsspielraum
Plus: Wie ist IHRE MEINUNG zur Vermögenssteuer?
·Umfrage: Sind Sie für eine "Reichensteuer"?
Ihre MEINUNG: Solidar- beitrag oder Neiddebatte
·Ruf nach Vermögens- steuer immer lauter
SPÖ-Front wächst: Auch LH Gabi Burgstaller dafür
·Voves kritisiert SPÖ und Gewerkschaft
NEWS-Interview: "Jetzt muss Kreisky-Zeit sein"

Die Vermögenssteuer als neuer rot-schwarzer Zankapfel? Voves, Burgstaller und Häupl sind dafür, die gesamte ÖVP-Riege von Pröll abwärts stemmt sich dagegen und Faymann steht irgendwie dazwischen. Die Vermögenszuwachssteuer avanciert zum Top-Thema der österreichischen Politik und unser Kanzler ist bemüht, den Ball kurz vor dem SPÖ-Präsidium möglichst niedrig zu halten.
Ein Grundsatzbeschluss muss her, finden einige SPÖ-Granden. Ob bereits beim Parteipräsidium eine Entscheidung über die Vermögenssteuer fallen könnte, wird vom Büro Faymann allerdings dementiert. Rote Regierungsmitglieder erklärten im Vorfeld des Ministerrats, dass es bei der bevorstehenden SPÖ-Sitzung lediglich darum gehe, der bereits bestehenden Arbeitsgruppe unter der Leitung von Staatssekretär Schieder und Bundesgeschäftsführer Kräuter einen offiziellen Arbeitsauftrag zu erteilen. Ein reiner Formalakt also.
Der Kanzler schweigt
Dass es nicht ganz so gähnend-bürokratisch ablaufen wird, lassen bereits parteiinterne Debatten im Vorfeld erahnen. Der 1. Mai, der Tag der nicht unbedingt vermögenden Mittelschicht, nutzten rote Krawattenträger von Häupl abwärts, um sich für einen Solidarbeitrag der Reichen stark zu machen. Nur einem schien bei dem Thema nicht so recht wohl zu sein. Kanzler Faymann schwieg.
Dass eine de facto bereits bestehende Arbeitsgruppe nun formell den Sanctus zum Arbeiten erteilt werden soll, aber - Gott bewahre - noch nichts beschlossen werden soll, wird von vielen mit scharfer Zunge kommentiert. Es scheint als hätte der Kanzler fürs Erste den Schalter auf Standby-Modus umgelegt, ganz nach dem Motto abwarten bis der große Sturm sich legt.
Dass Faymann mit einer Reichensteuer gegen schwarze Mauern prallt, ist ganz klar. Dementsprechend fasste auch ÖVP-Klubchef Kopf die Parteilinie zusammen: "Der Versuch einer Partei, sich zu profilieren und zu positionieren, ist kein unfreundlicher Akt. Gefährlich wird es erst, wenn es zu "ultimativen Umsetzungsforderungen" kommt.
(red)
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