Mittwoch, 20. Mai 2009

Ist die Schrottprämie doch nur für die Katz?
Studie stellt staatliche Förderung in Frage

  • Zuschuss für drei von vier Autokäufer nebensächlich
  • Kosten belaufen sich in Deutschland auf 2,6 Mrd. €

Die Abwrackprämie für Altautos sorgt einer deutschen Studie zufolge für einen viel kleineren Nachfrageschub als bisher angenommen. Drei von vier Neuwagenkäufern hätte auch ohne den staatlichen Zuschuss von 2.500 Euro ein Fahrzeug erworbenso eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Der Mitnahmeeffekt sei enorm, der Staatshaushalt werde erheblich belastet.

Das Finanzministerium in Berlin verteidigte die Abwrackprämie. Es gehe darum, dass die Menschen jetzt ein Auto kauften und das Geld nicht erst später ausgeben.

Die IWH-Forscher gehen von zwei Millionen Autokäufern aus, die die Abwrackprämie in Anspruch nehmen. Mit Hilfe etwa von Daten aus Zulassungsstatistiken und von Autohändlern erstellten sie ein Rechenmodell, um den Mitnahmeeffekt zu ermitteln. Demnach werden bestenfalls 500.000 Autos allein aufgrund der Abwrackprämie gekauft. Bei zwei Millionen subventionierten Käufern heißt das laut IWH: Um das Verhalten eines einzelnen Bürgers zu steuern, werden gleich drei weitere mitsubventioniert. Und: Für jeden Bürger, den allein die Abwrackprämie dazu bringt, sich dieses Jahr einen Neuwagen zuzulegen, wird der Steuerzahler mit 10.000 Euro belastet.

Kosten belaufen sich auf 2,6 Milliarden Euro
Weil der Mitnahmeeffekt so groß ist, könne Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) nicht darauf hoffen, dass die Kosten der Abwrackprämie durch höhere Einnahmen etwa aus Einkommen- und Mehrwertsteuer ausgeglichen werden. Das IWH rechnet damit, dass der Staatshaushalt unter dem Strich mit 2,6 Milliarden Euro belastet wird.

Ein Sprecher von Finanzminister Steinbrück verteidigte die Prämie. "Das sind gewollte Mitnahmeeffekte. Wir sind gehen nicht davon aus, dass sich jemand nur wegen der Abwrackprämie ein neues Auto kauft."
(apa/red)

20.5.2009 11:29