Motor bei Chrysler endgültig abgestorben: Insolvenz - Fiat soll nun bei Neustart helfen
- Hoffnung auf möglichst rasches Insolvenzverfahren
- Fiat soll zunächst mit 20 % bei Chrysler einsteigen
·Niedergang einer
stolzen Automarke
Chrysler war Kleinste der
"Großen Drei" US-Firmen
·Chrysler blickt in
ungewisse Zukunft
CNN: Ursachen & Folgen
der Krise beim Autobauer
·Chrysler blickt auf
lange Tradition zurück
GRAFIK: Eckdaten des
Autobauers aus Detroit
·Daimler tief in rote Zahlen geschlittert
Autobauer trennt sich endgültig von Chrysler

Götterdämmerung in der amerikanischen Automobilindustrie: Während der Gigant General Motors noch um sein Überleben ringt, muss Konkurrent Chrysler bereits jetzt den unliebsamen Schritt in die Insolvenz verkünden. Der US-Autobauer schmiedet zudem eine Allianz mit dem italienischen Fiat-Konzern. Ziel sei, dass der drittgrößte amerikanische Autohersteller schnell gestärkt aus dem Verfahren hervorgeht, betonte Präsident Barack Obama.
Fiat soll zunächst mit 20 Prozent bei Chrysler einsteigen und später auf 35 Prozent aufstocken. Das Insolvenzverfahren solle zwischen 30 und 60 Tagen dauern, sagte ein Regierungsbeamter. Der Chrysler-Betrieb werde nicht beeinträchtigt.
Obama griff scharf die Hedgefonds und "eine kleine Gruppe von Investoren" an, die eine Lösung ohne Insolvenzverfahren verhindert hätten. Sie hatten einen weitgehenden Verzicht auf ihre Ansprüche abgelehnt. In dem Verfahren mit Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts solle Chrysler nun Ballast abwerfen. Gläubiger oder auch Händler könnten dem Weißen Haus allerdings noch einen Strich durch die Rechnung ziehen und ein schnelles Insolvenzverfahren mit ihren Ansprüchen blockieren.
"Beispiellose Zäsur"
Eine Insolvenz des Kleinsten unter den "Großen Drei" der US-Autobranche ist eine beispiellose Zäsur. Obama bemühte sich, die Öffentlichkeit zu beruhigen. Der Schritt sei "kein Zeichen von Schwäche". Chrysler werde aus dem Verfahren gestärkt und konkurrenzfähig hervorgehen. Die Garantie auf Chrysler-Fahrzeuge sei von der Regierung abgesichert, betonte der Präsident. Der Autofinanzierer GMAC werde Kredite für Chrysler-Käufer geben. Man plane weitere Maßnahmen wie eine Art Abwrackprämie und ein Programm zum Einkauf von US-Fahrzeugen für Behördenflotten.
Chrysler schuldet mehr als 40 Banken und Hedgefonds rund 6,9 Milliarden Dollar. Die Regierung wollte die Verbindlichkeiten laut US-Medien zuletzt auf maximal 2,25 Milliarden Dollar drücken. Berichten zufolge scheiterten die Gespräche an der harten Haltung der Hedgefonds unter den Gläubigern, die 2,5 Milliarden Dollar gefordert hätten.
Chrysler-Chef kündigt Rücktritt an
Chrysler-Chef Robert Nardelli will nach Abschluss des für den Autobauer angekündigten Insolvenzverfahrens zurücktreten. Das erklärte der 60-jährige Nardelli in einer Mitteilung des Unternehmens.
(apa/red)
