Mittwoch, 29. April 2009

Schluss mit lustig? Experte spricht in NEWS über Vor- und Nachteile der Kastration

  • Bei Katzen ist der Eingriff in jedem Fall ratsam
  • Schwächt die Kastration dominantes Verhalten ab?

Vor allem Männer zucken manchmal noch immer leicht zusammen, wenn das Thema zur Sprache kommt: Kastration ist und bleibt eine männliche Urangst. Doch sie ist und bleibt auch das einfachste und probateste Mittel, wenn es darum geht, unerwünschten Nachwuchs bei (Haus-)Tieren zu verhindern. Trotzdem sollte man nicht in jedem Fall vorschnell den Operateur konsultieren. Für die NEWS-Tierwelt beantwortet Alois Holzmann, Professor für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die wichtigsten Fragen zum Thema Nr. 1.

NEWS: Wann ist eine Kastration bei Katzen sinnvoll?

Alois Holzmann: Bei Katzen ist der operative Eingriff in jedem Fall ratsam, denn die Dauerrolligkeit bei weiblichen Katzen erhöht den Stresslevel und führt nicht selten zu Erkrankungen der Geschlechtsorgane. Bei Katern wieder führt das Markierverhalten zur Geruchsbelästigung. Davon abgesehen würde es rasch zu einer unkontrollierten Vermehrung kommen.

NEWS: Reden wir über Hunde – raten Sie hier zur Kastration?

Holzmann: Nur wenn nicht behandelbare Erkrankungen der Geschlechtsorgane vorliegen. Ansonsten sollte man bedenken, dass die Kastration bei Hündinnen, speziell bei großen Rassen, oft zu Inkontinenz führt. Heute gibt es Alternativmethoden wie etwa Implantate, die keine Nebenwirkungen haben. Dabei ist es aber immer wichtig, sich vorab mit dem Tierarzt zu beraten.

NEWS: Welche Nachteile hat eine sogenannte Frühkastration?

Holzmann: Die Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife birgt Risiken wie lebenslange Inkontinenz, Wachstumsstörungen und die Unterentwicklung der äußeren Genitalien, was zu Entzündungen führen könnte. Der Vorteil ist, dass man dadurch bei weiblichen Tieren die Bildung von Tumoren am Gesäuge verhindern kann.

NEWS: Schwächt die Kastration dominantes Verhalten ab?

Holzmann: Es ist ein Irrglaube, dass eine Kastration dominantes oder aggressives Verhalten bei Hunden verlässlich reduziert. In manchen Fällen kann der Eingriff unterstützend wirken, doch konsequente Erziehung kann dadurch nicht ersetzt werden.

Lesen Sie mehr dazu im NEWS 18/09!

29.4.2009 15:24