Aufdecker im Zwielicht:
Über skurrile Doping-Trittbrettfahrer
- Kommentar von Sportredakteur Tino Teller
- Plus: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Schön langsam wird der Anti-Doping-Kampf zum Ärgernis, noch schlechter: zu einer Belastung für den Rechtsstaat. Nicht nur, weil die Soko Doping des Bundeskriminalamts und die zuständige Staatsanwaltschaft ganz offensichtlich Unschuldsvermutung und Amtsgeheimnis zum x-ten Mal mit Füßen treten, zuletzt im Fall von Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann. Warum eigentlich werden Teil-Ermittlungsergebnisse und Aussagen dubioser Kronzeugen zizerlweise an die Öffentlichkeit gespielt? Um Betriebsamkeit vorzutäuschen? Damit kein Missverständnis auftaucht: nichts gegen eine konsequente Bekämpfung der Geißel Doping im Spitzensport mit allen gesetzlichen Mitteln, aber alles gegen peinliche Profilierungsversuche auf dem Rücken der Betroffenen. An Skurrilität nicht mehr zu überbieten ist allerdings jenes ehrenwerte Mitglied der österreichischen olympischen Familie, das plötzlich zum Doping-Fahnder Nummer eins mutiert. Nur weil der gute Mann angeblich vor ein paar Jahren in einem Budapester Labor einen positiven Doping-Befund gesehen haben will, von dem er selbst nicht so recht weiß, ob Original oder Fälschung. Vielleicht hat die Soko Doping noch einen Schreibtisch frei.
