Mittwoch, 29. April 2009

Zu billige Lebensmittel

  • Markus R. Leeb über eine Art Bauernfängerei
  • PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Jammern ist für mich nicht nur der Gruß der Kaufleute, sondern auch der Landwirte. Proteste wie die jüngsten von Milchbauern in Linz interessieren mich nur sehr am Rande, weil ich mich im Förderungsdschungel dieser ehrenwerten Berufsgruppe schwer zurechtfinde.

Trotzdem habe ich die Entwicklung der Milchpreise recherchiert. Nur so aus Interesse. Der Milchpreis, pro Kilogramm angegeben, beträgt derzeit
28 Cent. Im Jahr 1981 waren es noch 28,08 Cent und 1989, vor genau 20 Jahren, bekamen die Bauern noch 36,14 Cent. Während wir Angestellten uns auf unsere jährliche, sozialpartnerschaftlich ausgehandelte Lohnerhöhung verlassen können, bleiben die Milchbauern offenbar übrig. Dieser Milchpreis ist absurd niedrig – und schadet uns Konsumenten.

Wir lassen uns Milch einschenken, die um diesen Preis produziert werden kann. Das kann wohl kaum die handgemolkene Alpenmilch auf der werbewirksamen Kräuteralm sein. Nein, das bedeutet Industrie irgendwo in fernen Landen. Kühe, Futter, Medikamente: alles nur noch Kostenfaktoren, die optimiert werden müssen. Solche kostenoptimierte Milch landet im Billigpudding, im Billigkäse etc. Prost und Mahlzeit; der Appetit vergeht.

29.4.2009 14:58