Samstag, 2. Mai 2009

Ist "Dr. Tod" gar nicht tot? Ermittler haben Zweifel am Ableben von Aribert Heim

  • Fahnder ermitteln derzeit noch "in alle Richtungen"
  • Sohn hatte zuvor Heims Tod in Ägypten bestätigt

In Deutschland zweifeln Ermittlungsbehörden daran, dass der als NS-Verbrecher gesuchte Aribert Heim wirklich in Ägypten gestorben ist. Laut dem "Spiegel" lassen neue Erkenntnisse des Landeskriminalamts Baden-Württemberg "aus eigenen Quellen" im In- und Ausland sowie Widersprüche in der Version vom Tod die Fahnder "in alle Richtungen ermitteln".

Anfang Februar hatten das ZDF und die "New York Times" als Ergebnis gemeinsamer Recherchen gemeldet, dass der 1914 in der Steiermark geborene frühere KZ-Arzt bereits am 10. August 1992 in Kairo an Darmkrebs gestorben sei. Heim soll sich demnach fast 30 Jahre in der ägyptischen Hauptstadt vor den Ermittlern versteckt haben. Er war im Konzentrationslager Mauthausen unter anderem als "Dr. Tod" berüchtigt und soll 1941 zahlreiche Häftlinge mit Injektionen ins Herz getötet haben.

Ein Sohn Heims hatte den Tod bestätigt, eine zufällig in Kairo aufgefundene Aktentasche mit Dokumenten von Heim sowie Zeugen sollten Leben und Sterben in Ägypten belegen. LKA-Spezialisten haben inzwischen die Dokumente analysiert. Erste Bewertungen der Papiere lieferten jedoch "keinen Beweis für den Tod" Heims, berichtet der "Spiegel".

Sicher sind sich die Fahnder demnach aber, dass der Kreis der Unterstützer Heims bei seiner jahrzehntelangen Flucht größer war als bisher bekannt. Heim habe Geld durch Überweisungen aus der Schweiz und den USA erhalten, außerdem hätten ihn Kuriere mit Bargeld und Briefen versorgt. Beim Versuch, über Mittelsmänner Immobilien in Ägypten zu erwerben, sei Heim um eine große Summe Geld betrogen worden.

Die Leiche Aribert Heims ist bisher nicht gefunden worden. Sie soll nur eine befristete Zeit in einem bestimmten Grab in Kairo gewesen sein.

(apa/red)

2.5.2009 15:13