Mit Volldampf in den Schuldentunnel: ÖBB
fährt 2008 Verlust von 969 Millionen ein
- Wirtschaftskrise und Spekulationen belasteten Bilanz
- ÖBB und VOR heben ab 1. Juli Preise für Tickets an

·Rail Cargo wird den
Sparstift ansetzen
ÖBB-Tochter muss 150
Mio. an Kosten kürzen
·Mit Volldampf in
den Schuldentunnel
ÖBB fährt 2008 Verluste
von 969 Millionen Euro ein
·Zehn Cent mehr für
eine Fahrt mit der Bim
Wiener Linien heben Preis
für Einzeltickets im Juli an
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Auszahlung trotz 900 Millionen Euro Verlustes?
·NEWS: ÖBB hat grobe
Sicherheitsmängel
Unfallberichte & Interna
zeigen Versäumnisse auf
Hohe Abschreibungen als Folge der Wirtschaftskrise sowie Rückstellungen für Spekulationsgeschäfte haben die Bilanz der ÖBB 2008 tiefrot gefärbt. Das operative Ergebnis der Bahn reduzierte sich mit 51 Mio. Euro auf ein Zehntel des Vorjahreswerts. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sackte von 44,4 auf minus 969 Mio. Euro ab. Die Gesamterträge stiegen um 5 Prozent auf 5,81 Mrd. Euro.
Die zusätzlichen Abschreibungen von 376 Mio. Euro auf Anlagevermögen, also Loks und Waggons, wurden wegen der hohen Investitionen der vergangenen Jahre und der krisenbedingt schlechteren Aussichten für das laufende Jahr notwendig. Die "normalen" Abschreibungen im Konzern machten wie in den vergangenen Jahren etwa eine halbe Milliarde Euro aus.
Das traditionell negative Finanzergebnis verschlechterte sich 2008 auf minus 1,02 Mrd. Euro. 2007 waren es -469,2 Mio. Euro gewesen. Darin enthalten sind Rückstellungen für noch drohende Risiken auf Spekulationspapiere (Collateralized Debt Obligations), eine Art Kreditversicherung, im Ausmaß von rund 420 Mio. Euro. Weiters wurden Rückstellungen im Volumen von 59 Mio. Euro für sogenannte Cross Border Leasinggeschäfte aus den Jahren 1995 bis 2004 gebildet, bei denen teilweise Nachschusspflichten drohe.
Passagierzahlen legten zu
Verkehrsmäßig ist das Jahr 2008 für die ÖBB gar nicht so schlecht gelaufen. Die Zahl der Fahrgäste stieg nicht zuletzt wegen der Fußball-Europameisterschaft um 2 Prozent auf 456 Millionen. Im Güterverkehr stieg die Tonnage um 1,5 Prozent auf 98,5 Mio. Tonnen.
Die ÖBB müssen aber angesichts der Wirtschaftskrise heuer noch mehr sparen als geplant. Nachdem damit zu rechnen sei, dass der Rückgang im Güterverkehr von derzeit 20 Prozent auch im Gesamtjahr ähnlich hoch bleibe, werde man "zusätzlich etwas machen müssen", sagte ÖBB-Vorstandsvorsitzender Klugar am Mittwoch. Die Einsparungen würden "in der Gegend des Doppelten" der bisherigen Ankündigungen liegen, also bei rund 200 Mio. Euro.
Erhöhung auch bei den Öffis in Wien
Auch die Öffis in und um Wien werden teurer. Der Einzelfahrschein kostet an 1. Juli im Verkehrsverbund Ost-Region 1,80 statt 1,70 Euro. Deutliche Teuerungen gibt es auf den Pendlerstrecken, so kostet St. Pölten - Wien monatlich dann 157,40 statt 151,50 Euro. Durchschnittlich steigen die Tarife in den Außenzonen um 4,8 Prozent. Die Preise für Wochen-Monats und Jahreskarten bzw. 24-, 48-und 72-Stunden-Tickets für Wien bleiben unverändert. Für Gelegenheitsnutzer steigen die Preise in der gesamten Region laut VOR um 70 Cent je Monat.
Die ersten Preiserhöhungen seit zwei Jahren werden auf die gestiegenen Betriebskosten zurück geführt. "Der Großteil der seit der letzten Tarifanpassung vom Juni 2007 angefallenen Kostensteigerungen bei der Leistungserstellung konnte von den Verkehrsunternehmen selbst, z.B. durch Effizienzsteigerungen, abgefangen werden. Ein weiterer Teil wurde durch die gestiegene Nachfrage und die damit erzielten Mehrerlöse kompensiert. Ein geringer Teil entfällt jedoch auf die Fahrpreise, was eine entsprechende Anpassung erforderlich macht", hieß es dazu beim VOR.
(apa/red)

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