Samstag, 2. Mai 2009

Mit Nadel & Faden zum Weltstar für Hofer:
La Hong startet den nächsten Mode-Coup

  • Designer bringt 2. Kollektion für Diskontkette Hofer
  • Strenge Qualitätskriterien sollen Erfolg garantieren

Sein erstes Kleid hat er für eine Barbiepuppe genäht. Später kamen reiche Russinnen, dann heimische Prominenz, und jetzt kleidet er das ganze Land ein - als Designer der "lineigth"-Kollektion, die ab 8. Mai, in den mehr als 400 heimischen Hofer-Filialen wieder für tumultartige Szenen sorgen wird. Nhut La Hong, in Vietnam geborener und in Vorarlberg aufgewachsener Sohn eines Zahnarztes und einer Schneiderin, ist drauf und dran, Österreichs bekanntester und bestverkaufender Modedesigner zu sein.

Vom Schneider der Stars zum Schneider des Landes. "Die erste prominente Österreicherin, die bei mir ein Kleid in Auftrag gegeben hat, war Krista Schüssel, die Frau des damaligen Bundeskanzlers", erinnert sich der Schneider. Die Robe war für den Opernball, La Hongs Kleid gefiel, und so war der 42-Jährige rasch ein Star in Wien.

Im Herbst 2007 ließ der Diskonter Hofer anfragen, ob eine Mode-Kooperation denkbar wäre, und gab erste Entwürfe in Auftrag. "Ich wusste, dass ich dafür Unterstützung brauchte, also ging ich zu meiner Freundin Erika", erzählt der Schneider. Gemeint ist Erika Rumpold, Betreiberin der Agentur 100% Communications. Sie lernte La Hong als Kundin kennen, man freundete sich an, und im Angesicht des bevorstehenden Hofer-Deals beteiligte sie sich an La Hongs Firma. "Seit sie bei mir ist, kann ich mich auf den kreativen Part meiner Arbeit konzentrieren", schildert der Schneider.

Hofer und La Hong
Nach einem Jahr Vorlaufzeit kam im März der erste Teil von La Hongs erster Diskontmode-Kollektion namens "lineigth" in die Hofer-Regale - und wurde ein Riesenerfolg. Teil zwei der modischen Frühjahrsoffensive startet nun mit 16 Damen-Kollektionsteilen - und das bei einem Stückpreis, der auf jeden Fall unter 100 Euro liegt.

Und die Qualitätskriterien, die Hofer fordert, sind legendär streng. Doch schon bei der "lineight-Privée"-Kollektion hielt die Ware jeder Prüfung stand. La Hong: "Wir sind stolz, dass kein Stück wegen Qualitätsmängeln umgetauscht worden ist." Dafür verantwortlich macht Rumpold zum einen ihre eigenen Qualitätsrichtlinien - "Wir haben die ohnedies strengen Hofer-Standards noch einmal überboten!" - und zum anderen die Auswahl ihrer Produzenten: "Wir haben bewusst gegen ostasiatische Produktionsstätten entschieden, auch wenn mit der dort praktizierten Kinderarbeit bessere Renditen möglich gewesen wären.

Außerdem steht die Idee einer Mode-Basics-Kollektion für Hofer im Raum, die ebenfalls von La Hong designt und produziert werden könnte. Rumpold: "Immerhin ist die Marke La Hong gut eingeführt." So gut, dass er auch für andere Unternehmen interessant wäre? Rumpold: "Dazu nur so viel: Hofer wäre gut beraten, die Idee patentieren zu lassen!"

Markus R. Leeb

Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen NEWS 18/09!

2.5.2009 12:53