Schwarzes Jahr für BAWAG: Austro-Bank
muss fast eine Milliarde Staatshilfe nehmen
- BAWAG machte im Vorjahr 548 Millionen Euro Verlust
- Europäische Union muss Kapitalspritzen bewilligen

·BAWAG-Tiefschlag: Nur 800 Millionen wert
Aktionär Post spricht von neuer Wertberichtigung
Die von der Finanzkrise schwer getroffene Cerberus-Bank BAWAG P.S.K. hat mit der Republik Österreich ein Grundsatzabkommen für staatliche Hilfen geschlossen. Demnach wird der Staat 550 Mio. Euro Partizipationskapital (PS-Kapital, 9,3 Prozent Zins) zeichnen. Um das Kapital von nach Rating-Herabstufungen problembeladenen Papieren zu entlasten, übernimmt der Bund für fünf Jahre außerdem eine Garantie für 400 Mio. Euro auf abwertungsbedrohte Assets.
Auch Cerberus schießt ein: Der Hauptaktionär sicherte zu, dass die Eigentümer 205 Mio. Euro Kapitalspritze aufstellen werden - bestehend aus rund 50 Mio. Euro PS-Kapital und rund 150 Mio. Euro Equity-Kapitalzufuhr. Weitere 50 Mio. Euro holt sich die Bank über eine sogenannte Tier-II-Kapital-Emission, voraussichtlich über Ergänzungskapital.
Macht in Summe mehr als 1,2 Mrd. Euro. Von Republik und Eigentümern kommen demnach zusammen 805 Mio. Euro Eigenkapitaleinschuss, dazu kommt die 400-Millionen-Garantie vom Bund, die nach fünf Jahren erlöschen soll. Den Eigenkapitalzuschuss der Eigentümer hat vorerst Cerberus unterschrieben. Inwieweit die Minderheitsaktionäre (Post, Generali) dabei sind, haben diese selber zu befinden.
EU muss OK geben
Die Kapitalspritzen sollen bis Ende Juni fließen, die EU muss über den Deal befinden. Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass der Staat Unterstützung gibt. Die BAWAG hatte nach Fehlspekulationen des früheren Managements und wegen der Refco-Krise 2006 mit einer (mittlerweile aufgelösten) Bundesgarantie aufgefangen werden müssen, bevor sie im Mai 2007 an Cerberus & Co verkauft wurde.
Das 550-Millionen-PS-Kapital, das mit dem Bund vereinbart ist, wird vorerst die Republik voll zeichnen. Die Bank plant aber, 30 Prozent bei Dritten zu platzieren. Nach Privatplatzierung verblieben dann 385 Mio. Euro PS vom Staat. Für eine Privatplatzierung kommen institutionelle Investoren in Frage, hieß es.
Verlust höher als erwartet
Details zur jetzigen Grundsatzvereinbarung mit dem Bund gab BAWAG-Chef David Roberts zugleich mit den wegen der Finalverhandlungen mit Republik und Eignern um eine Woche verspäteten Jahresbilanzzahlen 2008 bekannt. Der Jahresverlust fiel wegen Abschreibungen und Abwertungen auf strukturierte Papiere ("Structured Credit Portfolio") noch höher aus als erwartet. Unterm Strich lag der Konzernjahresfehlbetrag (Nettoverlust) damit bei 547,5 Mio. Euro. Im Jahr 2007, als Cerberus den ÖGB als Eigentümer ablöste, waren es 452,5 Mio. Euro Verlust gewesen.
(apa/red)

