Dienstag, 28. April 2009

Wer in Österreich so richtig abcasht: Top- Verdiener sitzen in OMV, Andritz und Erste

  • Manager kassieren 48 Mal so viel wie Mitarbeiter
  • Auch Aktionäre trotz Finanzkrise bestens bedient

Die Top-Verdiener unter den Spitzenmanagern österreichischer Unternehmen an der Börse sitzen in den Vorstandsetagen von OMV, Andritz, Erste Group, Raiffeisen International (RI) und Vienna Insurance Group (VIG). Dies ergab ein AK-Vergleich der bisher vorliegenden 16 Konzernabschlüsse für 2008. Im Schnitt verdienten die ATX-Manager im Vorjahr das 48-fache eines Beschäftigten ihres Unternehmens.

Neben den Managern werden auch die Aktionäre trotz Wirtschaftskrise bestens bedient: Die Gewinn-Ausschüttungsquote ist weiter gestiegen von 28,2 auf 33,7 Prozent. Deshalb seien auch Nulllohnrunden und Lohnverzicht nicht angebracht, betonte AK-Präsident Tumpel am Dienstag.

Trotz Krise Gehaltsplus bei OMV
Beim Ölkonzern OMV ist die durchschnittliche Vorstands-Vergütung pro Kopf im Vorjahr gegenüber 2007 um 14,0 Prozent auf 3,557 Mio. Euro brutto angestiegen, darin sind pro Kopf Stock Options von 1,7 Mio. Euro enthalten. Bei Andritz sanken die Gagen im Schnitt um 9,7 Prozent auf 2,153 Mio. Euro, in der Erste Group Bank gingen sie um 15,0 Prozent auf 1,721 Mio. Euro zurück.

Die RI-Vorstands-Vergütungen legten mit +56,4 Prozent um mehr als die Hälfte auf im Schnitt 1,550 Mio. Euro pro Kopf zu, davon waren 613.000 Euro durch Stock Options. Die VIG-Vorstände verdienten 2008 mit 1,217 Mio. Euro brutto pro Kopf um 46,9 Prozent mehr als 2007. Die höchste Steigerungsrate bei den Top-Manager-Gagen gab es im Vorjahr mit +126 Prozent auf im Schnitt 948.000 (419.000) pro Person bei den Austrian Airlines (AUA) - trotz des Rekordverlusts von 430 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2008.

AK kritisiert "unangemessen hohe" Abfindungen
Angesichts der hohen Managergehälter in ATX-Unternehmen spricht sich die AK gegen Vergütungen in Form von Stock Options für Vorstände von Unternehmen mit einer Beteiligung durch die öffentliche Hand aus und fordert Maßnahmen gegen "unangemessen hohe" Abfindungen. (apa/red)

28.4.2009 13:23