Mittwoch, 29. April 2009

Daimler tief in rote Zahlen geschlittert: Autobauer plant riesiges Sparprogramm

  • Unternehmen trennt sich endgültig von Chrysler
  • Zehntausende Mitarbeiter erwarten Lohneinbußen

Für den deutschen Autobauer Daimler sieht es derzeit nicht gerade rosig aus. Zum Jahresauftakt ist der Konzern tief in die roten Zahlen gefahren. Im ersten Quartal 2009 wurde ein Verlust von 1,3 Mrd. Euro verbucht, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hat sich Daimler endgültig von seiner ehemaligen US-Tochter Chrysler getrennt und seine Beteiligung von 19,9 Prozent aufgegeben.

Im Vorjahresquartal hatten die Stuttgarter noch einen Gewinn von 1,3 Mrd. Euro eingefahren. Auch im zweiten Quartal sei mit einem "deutlich negativen Ergebnis" zu rechnen, hieß es weiter.

Das Unternehmen sitzt auf vielen unverkauften Autos, und die Werke sind nicht ausgelastet. Zuvor hatte er die endgültige Trennung von der verlustreichen US-Tochter Chrysler bekannt gegeben. Die Vereinbarung schlägt sich den Angaben zufolge im zweiten Quartal voraussichtlich mit 700 Millionen Dollar im Ebit nieder. Im Gegenzug zieht Chrysler, das mehrheitlich der Beteiligungsgesellschaft Cerberus gehört, eine Reihe von Vorwürfen und Forderungen zurück. Chrysler und der Finanzinvestor Cerberus, der gut 80 Prozent an Chrysler hält, verzichteten ihrerseits vollständig auf etwaige Forderungen.

Milliardenschweres Sparprogramm
Der Autobauer informiert seine Mitarbeiter in Betriebsversammlungen über das milliardenschwere Sparprogramm. Der Konzern und der Gesamtbetriebsrat einigten sich nach Informationen aus Teilnehmerkreisen unter anderem auf eine Verschiebung der für Mai geplanten Lohnerhöhung.

Saftige Lohneinbußen geplant
Ferner gebe es bei mehreren Zehntausend Mitarbeitern in Deutschland Lohneinbußen von 8,75 Prozent. Davon seien die Mitarbeiter in Forschung, Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb betroffen, die nicht in Kurzarbeit seien. Bei ihnen reduziere sich auch die Wochenarbeitszeit. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf eine geplante Pressekonferenz um 14.00 Uhr.

Bei Daimler in Deutschland sind rund 141.000 Mitarbeiter beschäftigt. Etwa 68.000 Mitarbeiter sind nach Konzernangaben derzeit in Kurzarbeit. (apa/red)

29.4.2009 08:59