Magna und Opel stecken Köpfe zusammen:
Autozulieferer angeblich auf Mehrheit aus
- Magna könnte mit Deripaska weitere 30 % kaufen
- Beck: "Logisch, dass wer einsteigt auch Sagen hat"
Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna hat laut kanadischen Medienberichten Interesse an 20 Prozent von Opel. Magna werde sich mit dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska zusammentun, der mit Hilfe russischer Banken weitere 30 Prozent des Autobauers übernehmen wolle, wurde unter Berufung auf Branchenkreise berichtet. Bei Magna wollte man dies nicht kommentieren. Für Ministerpräsidenten Kurt Beck ist klar, dass Magna sich die Mehrheit an Opel sichern will.
Opel und seine Mutter General Motors würden dem zufolge rund 45 Prozent der Anteile behalten. Bundeswirtschaftsminister Guttenberg will sich Medienberichten zufolge Anfang dieser Woche mit Vertretern von Magna treffen. Auch der deutsche Vizekanzler Steinmeier hat bereits Gespräche über einen Magna-Einstieg bei Opel aufgenommen. Nach Angaben eines Sprechers hat er dabei einen "positiven Eindruck" von dem Unternehmen bekommen.
Als Gegenleistung für einen Einstieg von Magna könne Opel einige Modelle im Magna-Werk im österreichischen Graz fertigen lassen, berichtete "The Globe and Mail" weiter. In diesem Werk würden derzeit auch Saab-Modelle für GM produziert. Magna ist neben dem italienischen Autobauer Fiat ein chancenreicher Interessent am deutschen Autobauer. Die deutsche Bundesregierung fordert von möglichen Investoren Garantien für Werke und Arbeitsplätze.
Magna will angeblich Mehrheit
Magna zielt nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) auf die Mehrheit bei Opel. Direkt wolle sich Magna mit 19,1 Prozent an dem deutschen Autoproduzenten beteiligen, die Mehrheit ergebe sich dann über Tochtergesellschaften, sagte Beck in Mainz. "Es ist nur logisch, dass wer einsteigt auch das Sagen hat", sagte der Ministerpräsident.
Beck kritisierte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) scharf für dessen Informationspolitik im Fall Opel. Entgegen vorheriger Absprachen etwa würden die Bundesländern mit Opel-Standorten, zumindest aber Rheinland-Pfalz, nicht mit wichtigen Informationen aus Berlin versorgt. Seine Regierung sei nur deshalb detailliert auf dem Stand der Dinge, weil sie selbst von Betroffenen, etwa Magna-Europachef Siegfried Wolf, angesprochen worden sei.
(apa/red)


