General Motors bittet um Verstaatlichung:
Soll Autokonzern Schuldenerlass bringen
- GM könnte damit 27 Mrd. Dollar Schulden loswerden
- Konzern kündigt Abbau von 21.000 Arbeitsplätzen an

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Der vom Untergang bedrohte US-Autokonzern General Motors bittet die Regierung in Washington um eine weitgehende Verstaatlichung. Der amerikanische Staat soll laut Unternehmen die Hälfte der Konzernaktien erhalten und dafür GM im Gegenzug die Hälfte seiner Staats-Schulden von 15,4 Mrd. US-Dollar (11,73 Mrd. Euro) erlassen. Darüber hinaus kündigte der Konzern den Abbau von 21.000 Arbeitsplätzen an.
Privaten Geldgebern bot der Opel-Mutterkonzern ebenfalls einen Tausch von Unternehmensanteilen gegen Schuldenerlass vor. So könnten die Gläubiger für jeweils 1.000 Dollar, die das Unternehmen ihnen schulde, 225 GM-Aktien bekommen. Sollten die Vorschläge akzeptiert werden, könnte der Konzern mit einem Schlag 27 Mrd. Dollar Schulden loswerden. Privaten Gläubigern würden danach zehn Prozent des Konzerns gehören. Auch die Absicherung eines Gesundheitsfonds für ehemalige GM-Mitarbeiter will das Unternehmen nach eigenen Angaben zur Hälfte über eigene Aktien finanzieren.
General Motors kündigte am Montag für die USA ferner einen verschärften Stellenabbau, zusätzliche Werksschließungen und eine schnellere Verkleinerung des Händlernetzes an. Die über 80 Jahre alte Sportwagenmarke Pontiac wird eingestellt. Die Trennung von der schwedischen Tochter Saab soll bis spätestens Ende dieses Jahres erfolgen. Zudem will der Konzern seinen Schuldenberg über mehrere Maßnahmen um mindestens 44 Mrd. Dollar (33 Mrd. Euro) abbauen.
Die Frist für das Angebot an die Gläubiger, Schulden in Aktien umzuwandeln läuft am 26. Mai ab. Die US-Regierung hat GM für einen endgültigen Sanierungsplan ein Ultimatum bis Ende Mai gestellt. Die auf Druck der Regierung erfolgte Überarbeitung ist bereits der dritte verschärfte Sanierungsplan in gut vier Monaten. GM konzentriert sich damit in Nordamerika künftig auf vier statt acht Marken: Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC. Die Trennung von Saab, Hummer und Saturn soll nun noch 2009 über die Bühne gehen.
(apa/red)

